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28. Februar 2021

Augsburg: Auf der Suche nach Konstanz

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Sorgen auf der Goalie-Position / Zu Hause mit Problemen / Siege gegen Spitzenteams machen Mut

Nein, es war nicht der Abend der Augsburger Panther. Nach gutem Beginn und einer schnellen Führung verlor die Mannschaft von Cheftrainer Tray Tuomie am Freitag mit 3:6 gegen die Straubing Tigers. Nach der Heimniederlage gegen Nürnberg einige Tage zuvor, ein erneuter kleiner Rückschlag um den begehrten vierten Platz. Und das ausgerechnet gegen einen direkten Konkurrenten.

Zu allem Überfluss verletzte sich zu Beginn des Schlussdrittels auch noch Torwart Markus Keller, so dass der erst 19-Jährige Moritz Borst in den Kasten rückte und zu seinem ersten Einsatz in der PENNY DEL kam. Die etatmäßige Nummer eins Olivier Roy fällt die nächsten Wochen ohnehin verletzungsbedingt länger aus, so dass die Panther auf dieser so wichtigen Position im Kampf um die Playoffs reagieren mussten. Mit David Kickert wurde der österreichische Nationaltorwart verpflichtet, der dem AEV in die Playoffs helfen soll. Zudem stieß mit Layne Viveiros aus Salzburg kürzlich ein neuer Verteidiger zum Team.

Die Partie gegen Straubing jedenfalls war ein Abbild der bisherigen Saison. Auf gute Phasen folgen immer wieder Schwächeperioden, einen gesunden Mittelweg haben die Fuggerstädter bislang noch nicht gefunden.

Defensiv verbessert - Trotz Problemen zwischen den Pfosten

Immerhin standen die Panther zuletzt in der Abwehr stabiler, 18 Gegentore in den sechs Partien des dritten Saisonviertels sind in Ordnung. In Anbetracht der Tatsache, dass Torhüter Roy bis zu seiner Knieverletzung am 18. Februar im Spiel gegen Ingolstadt bei Weitem nicht an seine bärenstarke Form der Vorjahre heranreichen konnte, ist das sogar ein starker Wert. Keller vertrat ihn in seinen elf Einsätzen solide, war jedoch nicht der ganz große Rückhalt. Aber die Hintermannschaft um Kapitän Brady Lamb, Scott Valentine, Steffen Tölzer und Simon Sezemsky, der nach 15 Toren im Vorjahr erst zwei Mal traf, fand immer wieder zu dem physischen und hart verteidigenden Defensivspiel der Vergangenheit zurück.

Das Unterzahlspiel gehört mit knapp 82 Prozent Erfolgsquote sogar zum besten Penalty Killing in der Liga. Gegen Straubing gab es allerdings gleich wieder sechs Gegentore. „Eine stabile Defensive ist immer wichtig. Je weniger Tore du kassierst, desto einfach entscheidest du Spiele für dich“, weiß auch Tuomie um die große Bedeutung.

Offensiv mit Ladehemmung

Vor allem dann, wenn die Torproduktion nicht wie gewünscht läuft. 54 erzielte Treffer in bisher 19 absolvierten Partien stehen nicht gerade für die ganz große Torgefahr. Augsburg braucht einfach zu viele Chancen. Vor allem in numerischer Überlegenheit tun sich die Bayern schwer. Nicht einmal jedes zehnte Überzahlspiel konnte in ein Tor umgemünzt werden, mit Abstand der schlechteste Wert aller Mannschaften. „Verbesserungspotential haben wir zum Beispiel im Powerplay, da müssen wir effizienter werden“ sagt Tuomie. Dabei stehen mit Drew LeBlanc (aktuell sechs Treffer, zehn Vorlagen), Spencer Abbot, Danny Kristo und Adam Payerl eigentlich genug spielstarke und torgefährliche Angreifer auf dem Eis. Dafür ist der Ertrag aktuell zu wenig. Immerhin traf Lamb von der blauen Linie schon drei Mal. Dafür steht bei Sezemsky, der mit seinem Schlagschuss gerade in Überzahl eine echte Waffe ist, im Powerplay noch die Null. Dieses Problem sollte die Mannschaft schnellstens in den Griff bekommen. Immerhin gelang gegen Straubing ein Powerplaytreffer. Vielleicht ein Anzeichen für einen Aufwärtstrend.

Fehlende Heimzuschauer kosten Punkte

Für viele Teams in der PENNY DEL zählen die Gastspiele im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion zu den ungemütlichsten überhaupt. Es ist laut und mitunter hitzig – zumindest dann, wenn Fans im Stadion sind. Ohne Zuschauer jedoch haben die Gegner ein zu oft leichtes Spiel. In zehn Spielen fuhren die Panther erst elf Punkte daheim ein, doch gerade die Heimspiele gilt es für eine erfolgreiche Playoff-Qualifikation durchzubringen. Aber: Die Top-Teams aus Mannheim, München und Ingolstadt wurden in der heimischen Arena bezwungen, umso bitterer sind die zwei Niederlagen gegen Nürnberg.

Es ist und bleibt spannend in Augsburg, jeder Sieg ist gerade mit Blick auf die anstehenden Duelle mit der Gruppe Nord von großer Bedeutung. Durch die Überkreuzvergleiche gilt es sich auf neue Gegner einzustellen, für jede Mannschaft kann das nach so langer Zeit zu einer echten Herausforderung werden. „Natürlich ist Platz vier in der Gruppe Süd unser Ziel. Es wäre aber falsch, den Blick nicht nach oben zu richten. Du solltest dich in der Tabelle immer an den Teams vor dir, nicht an denen hinter dir orientieren. Im Sport will man immer das bestmögliche Ergebnis erzielen“ so der Head Coach mit Blick auf die kommenden Wochen.