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09. März 2021

Fokus auf Platz vier

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Trainerwechsel sorgt für frischen Wind / Taro Jentzsch bislang die Entdeckung der Saison / Mangelnde Disziplin und zu viele Strafen

Unruhig war es in den letzten Wochen am Iserlohner Seilersee. Nachdem der frühere Cheftrainer Jason O’Leary bereits Mitte Februar seinen Abschied zum Saisonende bekannt gab, verloren die Sauerländer ein Stück weit sportlich den Faden. Das Ergebnis ist bekannt: O’Leary wurde nach dem 1:5 im Heimspiel gegen Bremerhaven vorzeitig entlassen und der bisherige Assistenzcoach Brad Tapper als neuer Mann an der Bande installiert. Unter seiner Regie punktete Iserlohn immerhin drei Mal in den vergangenen vier Partien, nur bei Spitzenreiter Berlin gab es am vergangenen Sonntag nichts zu holen. Zwei Probleme konnte bislang allerdings auch der Kanadier nicht beheben. Die auf Rang fünf stehenden Roosters nehmen viel zu viele Strafen und verlieren somit wertvolle Zeit für das eigene Offensivspiel. Zudem scheint die Mannschaft zu oft vom Start weg nicht voll da. Das Resultat sind unnötige Gegentore in den ersten fünf Minuten, wie auch in der Begegnung bei den Eisbären. Davor klingelte es in Köln nach gut vier Minuten bereits zwei Mal, Bremerhaven brauchte nur gut drei Minuten für zwei Treffer. Und ständig einem Rückstand hinterherzulaufen ist eine nur wenig erfolgsversprechende Strategie im Kampf um Platz vier. Mit den in Kürze anstehenden Duellen gegen die Teams der Gruppe Süd, erhofft man sich noch einmal frischen Wind.

Vom Spieler zum Head Coach an alter Wirkungsstätte

Die Freude war groß, als Brad Tapper vor Saisonbeginn nach Iserlohn zurückkehrte. Denn der inzwischen 42-Jährige verbrachte als Spieler mehrere Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse, bevor er 2009 nach zwei Spielzeiten im Trikot der Roosters verletzungsbedingt seine Karriere im Alter von nur 31 Jahren beenden musste. In den vergangenen Jahren sammelte Tapper bereits wertvolle Erfahrungen im Trainergeschäft in Kanada. Als Trainer der jüngeren Generation weiß er genau, wie er mit den Spielern kommunizieren muss und welche Inhalte wichtig sind. Tapper ist zudem dabei die deutsche Sprache zu lernen, was zusätzlich hilfreich ist. „Er war schon die ganze Zeit dabei und wusste, wie wir alle ticken. Das hilft natürlich auch, wenn er jetzt schon ein halbes Jahr mit uns gearbeitet hat“, sagt Youngster Taro Jentzsch. Und bislang erzeugt der neue Übungsleiter tatsächlich Aufbruchstimmung, jetzt gilt es Konstanz in die eigenen Leistungen zu bekommen. Bereits zwei Mal verlor Iserlohn mindestens drei Partien in Serie.

Taro Jentzsch bislang die Entdeckung der Saison

Konstant seine Leistung bringt bislang die Nummer zehn im Iserlohner Angriff. Der gebürtige Berliner Taro Jentzsch, der vor knapp einem Jahr von den Sheerbroke Phoenix aus der QMJHL ins Sauerland wechselte, erhält aktuell als Mittelstürmer zwischen Jake Weidner und Brent Raedeke mit gut 13 Minuten pro Partie viel Eiszeit. Und damit große Verantwortung für einen 20-Jährigen in seinem ersten Profijahr in der PENNY DEL. Aber der 1,88 Meter große Angreifer rechtfertigt das Vertrauen mit durchweg guten Auftritten, die sich auch auf dem Scoreboard wiederfinden. Jentzsch hat seine Offensivqualitäten aus dem Junioreneishockey direkt ins Profigeschäft mitgenommen, schoss bereits drei Tore und legte elf Treffer auf. „Ich habe auf jeden Fall nicht erwartet, dass ich so gut spiele und es so gut läuft. Weil es mein erstes Jahr ist. Aber wo ich hierhergekommen bin, war es auf jeden Fall mein Ziel, viel zu spielen und dem Team zu helfen. Damit bin ich sehr zufrieden, die Eiszeit stimmt.“ Unterschiede zum Jugendbereich hat er nach 21 Partien längst festgestellt. „Die Spieler hier sind erfahrener und wissen, was sie machen. Letztes Jahr war es noch so, da waren viele hektische Fehler. Da wollte sich jeder beweisen.“ Zeigen will sich Jentzsch auch weiterhin in der PENNY DEL. Doch schon jetzt zählt das Top-Talent zu den Überraschungen der bisherigen Spielzeit.

Mangelnde Disziplin und zu viele Strafen

Mit acht Strafminuten gehört Jentzsch dabei zu den disziplinierten Roosters. Das trifft auf die meisten seiner Teamkollegen freilich nicht zu. Denn Iserlohn ist die Mannschaft mit den meisten Unterzahlsituationen ligaweit. 107 Mal spielten die Sauerländer schon in numerischer Unterlegenheit. Sieben Unterzahlspiele wie zuletzt in Düsseldorf oder sogar zehn wie in Köln sind nur schwer zu überstehen. Wobei das Penaltykilling mit einer Quote von über 81 Prozent wirklich gut ist. Vor allem die kleinen Zwei-Minuten-Vergehen müssen dringend abgestellt werden. „Wir steigern uns zu sehr rein, wenn wir eine Strafe bekommen und dann ist der Puls auf 180. Wir bewegen die Füße nicht, sondern Haken zu sehr. Das müssen wir ändern“, weiß auch Jentzsch. „Und dann ist es schwer, in einen Rhythmus zu kommen. Und das ist auch anstrengend, die Schüsse zu blocken.“ Denn das kostet Kraft und letztendlich auch wertvolle Spielzeit.

Noch drei Partien stehen für die Roosters auf dem Plan, bevor es ab dem 20. März gegen die Gruppe Süd geht. Vielleicht sogar eine Art Startschuss für die zweite Phase der Hauptrunde, die nochmal neue Energie freisetzen kann. Noch ist genug Zeit, um die nötigen Punkte für die Playoffs einzufahren. Ohnehin ist die Vorfreude auf die neuen Gegner auch bei Taro Jentzsch groß. „Ich habe auch ein paar Bekannte in der anderen Gruppe. Und das ist immer noch am besten, wenn man gegen Kumpels spielt.“