Interview

27. September 2021

Gernot Tripcke im Interview: „Die Marke DEL weiter entwickeln“

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Der Geschäftsführer der PENNY DEL über den Saisonstart und die Zukunft der Liga

Der Vertrag von Gernot Tripcke wurde vorzeitig bis zum 30.04.2025 verlängert. Der Geschäftsführer der PENNY DEL spricht im Interview über das Vertrauen innerhalb der Liga sowie über die kommenden Aufgaben.

Gernot, dein Vertrag wurde jüngst vom Aufsichtsrat vorzeitig um drei Jahre verlängert. Ein Zeichen der Wertschätzung für deine Arbeit.

Gernot Tripcke: Ich freue mich natürlich über das Vertrauen. Speziell die vergangene Saison war extrem für uns alle in der gesamten Eishockey-Familie und ich bin sehr froh, dass wir so gut durchgekommen sind. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Natürlich hatten wir alle Einbußen, damit war zu rechnen. Auf das Erreichte können wir aber schon stolz sein. Wir sind in dieser Krise zu einer „Liga der Clubs“ zusammengewachsen, der Aufsichtsrat hat sehr gut mit allen zusammengearbeitet. Wir haben mit unserem Partner Telekom einen neuen Modus entwickelt, es gab Eishockey non-stop für die Fans. Jetzt geht der Blick nach vorne. Der Saisonstart stimmt mich sehr positiv.

Die neue Saison läuft. Wie lässt es sich aus deiner Sicht an?

Tripcke: Wir sind zufrieden mit dem Start. Wir haben schon tolle Spiele gesehen, es sind viele Tore gefallen. Das Wichtigste: die Fans sind wieder mit dabei. Das war für alle unsere 15 Clubs ein richtiger Brustlöser. Zugleich müssen wir alles dafür tun, dass Schritt für Schritt noch mehr Zuschauer kommen können. Dabei ist mir wichtig zu sagen, dass die Konzepte in Sachen Hygiene sehr gut funktionieren. Mein Kollege Christian Seifert von der DFL hat jüngst bei einem Kongress gesagt, dass sich alle Ligen das Vertrauen der Politik redlich verdient haben in Puncto einer weiteren Öffnung. Ich kann das nur voll und ganz unterstützen und sehe das auch so.

Mit Blick auf die Zuschauer. Ist es für die Clubs die größte Aufgabe, die Fans wieder zurück in die Arenen zu bekommen?

Tripcke: Das ist so. Wir haben damit gerechnet, dass es so kommen kann. Ich denke, es ist ein Stück weit normal. Aber natürlich sind wir alle gefordert, die Fans davon zu überzeugen, dass sie ohne Sorge zu den Spielen kommen können.

Wenn wir abseits vom sportlichen Geschehen einen Blick auf die wichtigen Themen werfen. Welche Aufgaben hat die Liga vor der Brust, wenn wir auf die kommenden drei Jahre schauen?

Tripcke: Grundsätzlich möchte ich zunächst sagen, dass wir eine gute Ausgangssituation haben. Durch den Auf- und Abstieg haben wir ganz sicher eine sehr spannende Saison vor uns. Zugleich möchten wir uns in den unterschiedlichen Themenfeldern als Liga weiterentwickeln, den nächsten Schritt machen. Eines der wichtigsten Themen wird dabei der kommende Medienrechte-Vertrag sein.

Unser aktueller Partner Telekom/MagentaSport konnte in der Corona-Saison mit tollen Zahlen aufwarten.

Tripcke: So ist es. Wir haben bereits die letzten Jahre in einer engen und vertrauensvollen Partnerschaft unseren Sport sehr gut weiterentwickelt. Die Telekom ist unser erster Ansprechpartner und der aktuelle Vertrag läuft ja auch noch bis einschließlich der Saison 2023/24.

Wie lauten zudem Ziele, die du dir vornimmst?

Tripcke: Gerade durch die technologischen Möglichkeiten ergeben sich tolle Optionen. Ganz konkret beschäftigen wir uns gerade mit dem Thema Daten und Statistiken und wie wir dadurch die Spiele sowohl im Stadion, im TV, aber auch über unsere Kommunikationskanäle den Fans noch interessanter präsentieren können. Mit unserem sogenannten Game Center, in dem wir alle Spiele tracken und einzelne Szenen rausschneiden, arbeiten wir seit dieser Saison auch für die Champions Hockey League. Das Feedback der CHL ist sehr positiv. Ich sehe uns bei solchen Themen als Vorreiter und Dienstleister zugleich.

Wie geht die Liga das Mega-Thema Nachhaltigkeit an, welches alle heutzutage beschäftigt?

Tripcke: Das Ziel ist, dass wir unseren Sport langfristig und nachhaltig entwickeln. Themen wir Anti-Doping und Anti-Manipulation gehören dazu, da haben wir bereits vor Jahren wichtige Entscheidungen getroffen. Ein wichtiger Schritt ist hier schon vollzogen worden, denn gemeinsam mit unseren Clubs haben wir bereits eine interne Arbeitsgruppe etabliert, die das wichtige Themenfeld Nachhaltigkeit als Fokus hat. Die bestehenden Kooperationen mit dem WWF und Hockey is Diversity werden mit einbezogen, zudem ist der Nachwuchs- und Jugendbereich essentiell. Und selbstverständlich müssen wir auch stets den ökologischen Bereich fokussieren. Durch alle diese einzelnen Themenfelder, die wir angehen, entwickeln wir die Marke DEL weiter. Und dadurch werden wir nachhaltig attraktiv für unsere bestehenden Partner sowie potentielle neue Partner.