Regel

08. September 2021

Neue Regeln ab der Saison 2021/22

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Eishockeyregelwerk von IIHF und Nordamerika gleichen sich an

Zur Saison 2021/22 wurde das Regelwerk im Eishockey gründlich überarbeitet und zahlreiche Änderungen haben Einzug ins Spiel gefunden. Mit den Änderungen sollen Sicherheit und Spielfluss erhöht werden und gleichzeitig gleichen sich die Regeln der IIHF und das Regelwerk der NHL weitestgehend an. Die wichtigsten Neuerungen stellen wir im Folgenden vor.

„3D-Abseits“: Ein Spieler muss nicht mehr mit einem Schlittschuh die Blaue Linie berühren, um nicht im Abseits zu stehen. Die Blaue Linie wird ab sofort als dreidimensional angesehen, ein Schlittschuh darüber ohne Eiskontakt gilt auch als die Linie berührend. Zum Aufheben einer Abseitsposition muss jedoch weiterhin ein Schlittschuh die Blaue Linie auf dem Eis berühren.

Trapez: Torhüter dürfen den Puck hinter der verlängerten Torlinie nur noch in einem durch Linien markierten Bereich spielen. Spielen sie die Scheibe außerhalb dieses Bereichs, müssen die Kontakt zum Torraum haben. Ist dies nicht der Fall, erhalten sie eine Kleine Strafe (2‘‘) wegen Spielverzögerung.

Festhalten des Pucks: Torhüter dürfen den Puck nur noch festhalten, wenn dies bei einer direkten Abwehrbewegung nach einem Schuss geschieht oder sich die Scheibe in unmittelbarer Nähe ihres Tores befindet. Bei jeder anderen Spielsituation muss der Torhüter die Scheibe weiterspielen. Macht er das nicht, erhält er eine Kleine Strafe (2‘‘) wegen Spielverzögerung. Der Spielfluss soll so gefördert werden.

Faustkämpfe: Bislang wurden Schlägereien meistens mit zwei plus zwei plus zehn Strafminuten geahndet. Das ändert sich in der kommenden Saison. Sollten beide Kombattanten den Faustkampf aus der Emotion heraus suchen, kann der Schiedsrichter jetzt fünf Strafminuten verhängen – der aus Nordamerika bekannte „fighting major“. Die Liga wird zudem eine Liste für Faustkämpfe führen. Bei drei Fünfminutenstrafen (in den Playoffs zwei) wird der betroffene Spieler automatisch für ein Spiel gesperrt. Eine weitere automatische Sperre gibt es im Anschluss bei jeder zweiten derartigen Strafe. Bei Duellen, in denen die Spieler die Helme bewusst abziehen, beteiligte Spieler nicht voneinander lassen oder ein Spieler auf dem Eis liegt, der andere aber weiter Fausthiebe verteilt, soll zusätzlich eine Spieldauer-Disziplinarstrafe ausgesprochen werden.

Hoher Stock: Aushol- und Durchschwungbewegungen bei Schüssen, bei denen ein gegnerischer Spieler getroffen und eventuell sogar verletzt wurde, führen nicht mehr automatisch zu einer Strafe. Zudem kann ein Schiedsrichter bei einer Strafe von zwei plus zwei Minuten wegen Hohen Stocks per Videobeweis überprüfen, ob ein Spieler nicht vom eigenen Mitspieler oder dem Puck getroffen wurde und die Strafe gegebenenfalls wieder zurücknehmen.

Videobeweis bei Strafen: Alle Fünfminuten- (außer der wegen Faustkampfs), Spieldauer- oder Matchstrafen müssen die Referees noch einmal per Video überprüfen. Reduziert werden kann das Strafmaß aber höchstens auf eine Kleine Strafe (2‘‘).

Videobeweis bei Toren: Zusätzlich zu den bekannten Themen beim Videobeweis kann der Schiedsrichter ab der Saison 2021/22 weitere Situationen überprüfen, die in direktem Zusammenhang mit einem Torerfolg stehen – zum Beispiel einen eventuellen Handpass als Vorlage für den Torschützen.

Gefährliche Fouls 

Check gegen den Kopf: Das Strafmaß von zwei plus zehn Minuten gibt es nicht mehr. Der Schiedsrichter kann nur noch eine Zweiminuten- oder Matchstrafe aussprechen.
Check gegen die Bande: Auch hier gibt es das Strafmaß von zwei plus zehn Minuten nicht mehr. Der Strafrahmen liegt nun bei zwei, fünf, fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe und Matchstrafe.
Check von hinten: Das Strafmaß zwei plus zehn Minuten wurde ebenfalls gestrichen. Der Referee hat nur noch die Wahl zwischen fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe oder Matchstrafe.

Gleichzeitige Strafen

Sollten in den letzten fünf Spielminuten der regulären Spielzeit oder zu einem beliebigen Zeitpunkt der Verlängerung in demselben Unterbruch eine Große Strafe (5‘‘) für Team A und eine Kleine Strafe (2‘‘) bzw. doppelte Kleine Strafe gegen Team B ausgesprochen werden, beginnt das Powerplay sofort und die Differenz der beiden Strafen (1‘‘ bzw. 3‘‘) geht in die Uhr.

Faceoff Linesman/Ref

Die Hauptschiedsrichter sind ab der Saison 2021/22 nur noch für die Anspiele zu Beginn eines Drittels zuständig. Alle anderen Anspiele werden von Linienrichtern vorgenommen.

Schiri Abpfiff Kontinuierlicher Schuss

Sollte eine Situation vorkommen, bei dem ein Puck nach Abpfiff ins Tor gelang, so kann das Tor gültig sein, sofern es sich noch um den „Originalschuss“ handelt. Dies kann passieren, wenn der Hauptschiedsrichter den Puck aus den Augen verloren und daher das Spiel zu früh unterbrochen hat.

Spielerwechsel

Spielerwechsel sind für das sich verfehlende Team nicht erlaubt, wenn…

… ein Icing produziert wurde
… das Tor in der Verteidigungszone unabsichtlich verschoben wurde
… der Torhüter einen Puck blockiert hat, der von der angreifenden Mannschaft vor der Roten Linie abgeschossen wurde

Seitenwahl beim Anspiel

Ein Team hat in der Angriffszone die Seitenwahl beim Anspiel, wenn…

… der Gegner ein Icing produziert hat
… der Gegner eine Strafe erhalten hat
… der Gegner das Tor unabsichtlich verschoben hat
… der gegnerische Torhüter einen Puck blockiert hat, der von der angreifenden Mannschaft vor der Roten Linie abgeschossen wurde

Abpfiff durch Linienrichter bei einem Tor

Ab der Saison 2021/22 dürfen Linienrichter das Spiel unterbrechen, wenn ein Tor erzielt wurde, das der Schiedsrichter nicht gesehen hat.

Handpass am Anspiel

Mittelstürmer dürfen bei einem Anspiel den Puck nicht mit der Hand spielen. Sollten sie dies dennoch machen, erhalten sie eine Kleine Strafe (2‘‘). Die normale Handpassregel tritt erst wieder in Kraft, wenn ein dritter Spieler den Puck gespielt hat.