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15. Februar 2021

Nürnberg: Der Blick geht nach vorne

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Sportliche Neuausrichtung in Nürnberg braucht Zeit / Verletzungen von Schlüsselspielern / Talente mit vielversprechenden Ansätzen

Eine Woche haben die Nürnberg Ice Tigers frei. Die Mannschaft von Cheftrainer Frank Fischöder nutzte die Pause zum Durchatmen nach dem engen Spielplan, bevor es am Freitag mit dem Heimspiel gegen Straubing wieder um Punkte in der PENNY DEL geht.

„Wir haben jetzt das erste Mal tatsächlich volles Lineup seit Saisonbeginn. Wir können anders trainieren und die Intensität nach oben ziehen“, sagte der Übungsleiter vor den spielfreien Tagen. Mit neun Niederlagen in Serie und dem letzten Tabellenplatz in der Gruppe Süd hinken die Ice Tigers den eigenen Ansprüchen trotz des Umbruchs vor Beginn der Spielzeit hinterher. Auch wenn klar war, dass der nach dem Rückzug von Hauptsponsor Thomas Sabo eingeschlagene Weg im Mai des vergangenen Jahres, Zeit brauchen würde. Eine im Prinzip nicht vorhandene Vorbereitung im Sommer erschwerte den Prozess zusätzlich.

Der Ansatz, vermehrt junge und einheimische Spieler in den Kader zu integrieren, ist ohne Frage lobenswert. Doch der negative Lauf geht zu Lasten des Selbstvertrauens, worunter die Leistung immer mehr leidet. Eine Spirale, die es im Sport nur allzu häufig gibt. Es müssen Erfolgserlebnisse her, das wissen auch die Verantwortlichen im Frankenland. Denn Geduld ist nicht unendlich, auch nicht bei der Findung nach einer neuen Identität.

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Mehr noch als die heftigen Klatschen in Ingolstadt, als die Ice Tigers mit 0:7 und 0:8 vom Eis gingen, schmerzen die engen Partien gegen die Top-Teams München und Mannheim. In allen drei Duellen spielte Nürnberg gut und war dran an Punkten, stand am Ende jedoch dennoch mit leeren Händen da. Gegen Augsburg wurde sogar eine deutliche Führung verspielt. „Es zerren viel mehr diese engen Spiele, wo wir eigentlich hätten punkten müssen. Wenn man das 3:0 gegen Augsburg sieht. Man kann sagen, dass Erfahrung fehlt. Aber das muss man nach Hause bringen. Ich glaube, dass wir auch gegen Mannheim und München durchaus den ein oder anderen Punkt haben liegen lassen.“ Chancen für mehr Treffer waren möglich, beste Gelegenheiten blieben ungenutzt. Zugleich eines der Hauptprobleme aktuell. Denn 28 eigene Tore in den bislang 15 absolvierten Begegnungen sind deutlich zu wenig. DEL-Rekordtorjäger Patrick Reimer, eigentlich ein Garant für Offensivstärke, traf erst ein Mal.

Ausfälle zu Lasten der Abstimmung

Umso wichtiger für ein Team wie Nürnberg sind feste und eingespielte Formationen. Das ist bisher aufgrund von Ausfällen wichtiger Spieler nicht der Fall. Die eigentlich als Leistungsträger eingeplanten Tim Bender und Marcus Weber waren mehrere Wochen raus, auch Tyson McLellan absolvierte erst acht Partien. „Wir sind phasenweise mit fünf Verteidigern rumgerödelt. Darunter zwei Jungs, die das erste Jahr in der Liga spielen. Im Sturm hatten wir immer wieder neue Reihen. Ich glaube, dass da ein Stück weit die Lockerheit fehlt“, erklärt Fischöder. Grund zur Hoffnung gibt die Tatsache, dass die Ice Tigers nun beinahe vollzählig sind. Einzig die beiden Langzeitverletzten Joachim Ramoser und Vincent Hessler können noch nicht an eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb denken.

Mit Torhüter Niklas Treutle, Verteidiger Andrew Bodnarchuk und Angreifer Luke Adam (schon fünf Tore, sieben Vorlagen) steht ein Grundgerüst. Die beiden Stürmer Chris Brown und Brett Pollock, der schon fünf Mal einnetzte, sind weitere offensive Säulen im Kader. „Wir sind jetzt komplett und wir haben jetzt die Möglichkeit zu zeigen was in uns steckt und auch unser Potential final rauszuholen“, gibt der Trainer die Richtung vor.

Chance für die Jugend

Freude macht dagegen jetzt schon die Entwicklung der jungen Spieler. Ganz besonders die der beiden Top-Talente Moritz Elias und Roman Kechter. Die zwei 16-Jährigen wurden ins kalte Wasser geworfen und schwammen sich frei. Elias feierte sogar schon seine Torpremiere in der höchsten deutschen Spielklasse. Zudem erhalten Abwehrspieler Julius Karrer (20) und Stürmer Timo Walther (23), die aus der DEL2 kamen, viel Eiszeit. Offensivspieler Maximilian Kislinger (23), der sich bereits in seinem dritten Jahr in der PENNY DEL befindet, setzt seine Entwicklung weiter fort.

Freilich liegt die Hauptverantwortung auf den Schultern der erfahrenen Akteure. Die letzten Wochen sind abgehakt, nun soll der Blick nach vorne gehen. „Wir müssen jetzt den nächsten Schritt machen und brauchen eine andere Konsequenz. Wir müssen uns die Möglichkeiten geben, Spiele zu gewinnen und diese auch nutzen.“ Damit der Druck nicht zu groß wird und sich die Ice Tigers in Ruhe weiterentwickeln können.