PENNY DEL

13. Januar 2021

Sieben Spieltage sind um: Eine Bilanz

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Schwenningen und Iserlohn wirbeln die Liga auf / Bremerhaven macht da weiter, wo es aufgehört hat / Straubing mit Anlaufschwierigkeiten

Leere Hallen mit Pappaufstellern auf den Sitzplätzen, Schiedsrichter, die Handschuhe tragen, Spiele an jedem Tag der Woche, eine Tabelle anhand des Punkteschnitts und die geografische Aufteilung in zwei Gruppen. Die PENNY DEL Saison 20/21 hat Corona bedingt allerhand Ungewöhnliches zu bieten.

Doch die Hauptsache bleibt gleich: Die besten 14 Eishockey Teams in Deutschland messen sich Spieltag für Spieltag, um zum Ende der Saison den Deutschen Meister zu küren. Mittlerweile hat jede Mannschaft gegen alle Gegner aus der eigenen Gruppe gespielt. Zeit auf den ersten Saisonabschnitt zurück zu blicken.

Im Süden zeigt sich mit Mannheim an der Spitze zunächst kein ungewohntes Bild. Die ersten sechs Spiele gewannen die Adler. Erst beim siebten Auftritt gab es eine Niederlage gegen Schwenningen und damit sind wir schon beim Unerwarteten. Die Wild Wings sind die Überraschung der laufenden Saison. Bereits im MagentaSport Cup vor Saisonbeginn ließ das Team vom Neckarursprung sein potential durchblitzen, wurde schließlich aber durch Corona gebremst.

Das war in der PENNY DEL Saison noch nicht der Fall und so zeigten die Spink-Zwillinge, Rückkehrer Jamie MacQueen und Andreas Thuresson, dass die Wild Wings dieses Jahr keine Punktelieferanten sind. Spannend wird auch, ob sich die kleine Eisfläche im NHL-Format in der heimischen Helios Arena noch als größerer Vorteil herausstellt.

Erst danach reihen sich die Red Bulls aus München ein, die noch ein wenig Anlaufschwierigkeiten haben. Der ERC Ingolstadt hat mit Platz vier den letzten Playoff-Rang inne. Mit dem 6:4-Erfolg bei den Red Bulls setzten sie ein Achtungszeichen und auch die anderen Spiele gegen die besser platzierten Teams waren knapp. Gegen Mannheim verloren die Schanzer erst im Shootout. So ist auf jeden Fall mit den Ingolstädter zu rechnen, wenn es um die vorderen Plätze geht.

Die drei Teams dahinter sind noch in der Findungsphase. Nürnberg hat nach schwachen Saisonstart mit Siegen gegen Augsburg und Straubing zwei Erfolgserlebnisse gefeiert und ist fünfter. Aber auch die Panther scheinen langsam in Schwung zu kommen. Nach vier Niederlagen zum Auftakt wurde dreimal in Folge gepunktet und sieben Punkte eingesammelt. Das Schlusslicht im Süden läuft derweil seinen neuen Ansprüchen hinterher.

Die Straubing Tigers wurden in der vergangenen Spielzeit von Corona übel ausgebremst. Die Niederbayern hatten die Hauptrunde auf Rang drei beendet und sich auf das Viertelfinale mit Heimrecht gefreut. Doch dann kam, wie jeder weiß, alles anders. Obwohl sich der Kader im Großen und Ganzen nicht änderte, stehen nach sechs Spielen nur vier Punkte auf der Habenseite. Speziell im Angriff hakt es am Pulverturm noch gewaltig. Dennoch: Die Saison hat gerade erst begonnen und noch hat Straubing Zeit, aufzuholen.

Beim Blick auf die Nordgruppe fällt auf, dass die Teams weitaus enger zusammenliegen. Nur zwei Punkte trennen Spitzenreiter Bremerhaven und die fünfplatzierten Kölner Haie. Die Fischtown Pinguins zeigten schon im MagentaSport Cup gute Leistungen. Mit zwei Niederlagen zum Saisonstart gab es allerdings einen kleinen Dämpfer. Das Team von Thomas Popiesch erholte sich davon und fuhr danach vier Siege mit einer beeindruckenden Tordifferenz von 16:5 ein.

Punktgleich mit den Nordlichtern liegen die Iserlohn Roosters auf Platz zwei. Eine enorme Steigerung, wenn man bedenkt, dass die Sauerländer letzte Saison die Hauptrunde auf dem vorletzten Platz beendeten. Grund für den Aufwärtstrend ist die starke Offensive. Vier Tore pro Spiel schießt das Team im Schnitt und stellt mit 24 Buden den zweitbesten Angriff der Liga. Die Neuzugänge Casey Bailey und Joseph Whitney, sowie Alexandre Grenier, der bereits letzte Spielzeit am Seilersee auflief, stehen auch in den Top fünf der Scorerliste.

Lediglich die Düsseldorfer EG um PENNY DEL-Topscorer Daniel Fischbuch toppt die Roosters bei der Trefferanzahl. Da die DEG aber auch mit 25 Gegentoren den schlechtesten Defensivwert der Liga hat, reicht es nur für Platz vier. Das junge Torwart Duo aus dem 22-jährigen Mirko Pantkowski und den 20 Jahre alten Hendrik Hane zeigte Potential, aber eben auch, dass noch Erfahrung fehlt. Am Ende könnte Düsseldorf jedoch die richtige Taktik fahren, denn nur mit Spielen auf höchstem Niveau können Torhüter Erfahrung sammeln. Und wen es gut läuft, haben die NRW-Landeshauptstädter am Ende ein erprobtes, junges, deutsches Torhüterduo.

Die Saison der Eisbären Berlin verlief bisher ziemlich konstant unkonstant. In der Hauptstadt bejubelten die Eisbären drei Siege und mussten auswärts drei Niederlagen hinnehmen. In Köln wartet man derweil noch auf den ersten Heimerfolg. Allerdings hatten die Haie erst zwei Gelegenheiten vor den eigenen Pappaufstellern. Die Grizzlys suchen nach zwei Siegen vor Weihnachten seitdem ihre Form. Abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz liegen die Krefeld Pinguine. Noch ohne Punkt bräuchte Krefeld dringend ein Erfolgserlebnis, um Selbstvertrauen zu tanken.

Ob der KEV die Saison noch zum Guten wenden kann, die Überraschungsteams aus Iserlohn und Schwenningen ihre gute Position halten können wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Solange der Spielbetrieb im bisherigen Rhythmus weitergeführt wird und keine Spiele ausfallen wird nach der meisterlosen Spielzeit 19/20, wieder ein Eishockey Champion in der PENNY DEL gekrönt.

Was von den Spieltagen übrigblieb…

  • Von 44 Partien wurden nur 45,5 Prozent vom Gastgeber gewonnen. In der Spielzeit 2019/20 wurden in 55,5 Prozent der Spiele Heimsiege gefeiert.
  • In sieben Spielen durfte sich der Torhüter über ein Shutout freuen. Mathias Niederberger von den Eisbären Berlin blieb gleich zweimal ohne Gegentor.
  • Mit Daniel Fischbuch (Düsseldorf), Casey Bailey (Iserlohn) und Brendan Shinnimin gab es drei Spieler, die einen Hattrick erzielten.