PENNY DEL

26. März 2021

Süd-Teams dominieren, Norden setzt krachende Ausrufezeichen

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Weiße Weste im Dreierpack / DEG und Iserlohn mit Highlights / Heimteams souverän

Groß war die Spannung vor der seit vergangenem Samstag laufenden Verzahnungsrunde zwischen der Gruppe Nord und der Gruppe Süd in der PENNY DEL. Nach monatelangen internen Gruppenspielen und zahlreichen Derbys bekamen die Teams nun erstmals neue Gegner und Spielsysteme zu Gesicht. Nicht zuletzt aufgrund der beiden Titelträger der vergangenen Jahre, den Adler Mannheim und Red Bull München, gilt die Gruppe Süd in dieser Spielzeit stärker besetzt als der Norden.

Bislang sind 16 Partien absolviert und diese These scheint sich tatsächlich zu bestätigen. Ganze elf Mal behielten die Süd-Teams die Oberhand, nur fünf Spiele gewannen die Mannschaften aus dem Norden. Aber: Allein drei Siege davon waren echte Überraschungen, denn mit Mannheim und München strauchelten die bis dahin beiden besten Teams der Staffel Süd. Während die Adler in Bremerhaven unter die Räder kamen, fingen sich die Red Bulls sowohl in Düsseldorf als auch in Iserlohn unerwartete Niederlagen. Gerade die 3:8-Packung bei den Roosters sorgte für große Augen und einen nicht eingeplanten Fehlstart in den zweiten Teil der Hauptrunde auf Münchner Seite. Stürmer Yasin Ehliz sprach gar von einer „Katastrophe“. Auffällig zudem: Der oft zitierte Heimvorteil scheint trotz fehlender Zuschauer tatsächlich einer zu sein. Zwölf Heimerfolgen stehen bislang erst vier Auswärtssiege gegenüber.

Weiße Weste im Dreierpack

Glänzend in die Überkreuzvergleiche kamen die Schwenninger Wild Wings, die Straubing Tigers und der ERC Ingolstadt. Alle drei Mannschaften aus dem Süden brachten bisher ihre zwei bzw. drei (Straubing) Partien durch und sammelten wertvolle Zähler. Dabei hatte Ingolstadt zunächst mit Krefeld, abgeschlagenes Schlusslicht im Norden, mehr Mühe als erwartet. Im Kräftemessen mit dem souveränen Tabellenführer der Nord-Staffel, den Eisbären Berlin, zeigten die Panther aber ihre ganze Qualität und behielten knapp aber verdient die Oberhand. Lohn für die beiden Siege war der Sprung auf Platz zwei. Auch Schwenningen sackte sechs Zähler aus zwei Partien ein und traf sowohl in Köln als auch gegen Wolfsburg zur richtigen Zeit. Die Wild Wings erkämpften sich die beiden Siege dank mannschaftlicher Geschlossenheit und defensiver Disziplin. Aber auch die Straubing Tigers erledigten bislang ihre Hausaufgaben und gewannen überraschend sowohl gegen Bremerhaven als auch in Düsseldorf und Krefeld. Damit bleiben die Tigers in Schlagdistanz zu Schwenningen an den Playoff-Plätzen dran. Einen Fehlstart leistete sich Wolfsburg, die Grizzlys verloren sowohl in Schwenningen wie auch in den beiden Duellen mit Mannheim. Die Krefeld Pinguine bleiben weiterhin ein dankbarer Gegner und kassierten ebenfalls drei Niederlagen.

DEG und Iserlohn mit Highlights

Die beiden bislang größten Überraschungen verzeichneten die DEG und die Roosters aus dem Sauerland. Zufällig gegen den gleichen Gegner, beide Mannschaften bezwangen Red Bull München. Während die Rheinländer eine sechs Spiele andauernde Niederlagenserie gegen die Red Bulls beendeten, deckten die momentan so heimstarken Roosters die Schwächen im Münchner Umschaltspiel gnadenlos auf. Die Mannschaft um Kapitän Patrick Hager scheint nach mehreren Tagen Spielpause völlig aus dem Rhythmus und das trotz der Rückkehr von lange verletzten Leistungsträgern. Acht Gegentore am Seilersee und erneut große defensive Schwächen sorgten für mächtig Verstimmung im Münchner Lager. Das Abrutschen auf Rang drei scheint dagegen fast nebensächlich. Aber auch die Adler Mannheim, Titelkandidat Nummer eins, zeigten sich verwundbar. Mühten sich die Adler gegen Wolfsburg zu zwei knappen Siegen, ließen sie in Bremerhaven Federn. Die Pinguins haben ihren Faden längst wieder gefunden und fügten Mannheim beim 5:0 dank einer überragenden Mannschaftsleistung die mit Abstand höchste Niederlage der Saison zu. Das Popiesch-Team zeigte einmal mehr, dass in den Playoffs mit ihm zu rechnen sein wird. Auch für ganz große Ziele.

Heimteams souverän

Stundenlange Busfahrten und müde Beine, nach langer Zeit fremde Hallen in neuer Umgebung und ungewohnter Atmosphäre: Die Auswärtsmannschaften tun sich in den ersten Tagen der neuen Runde enorm schwer, obwohl sie keine Fans gegen sich haben. Nur Schwenningen, Straubing und Mannheim nahmen auf die lange Heimfahrt Zähler mit. Dem gegenüber behielten die Gastgeber in zwölf Fällen die Punkte. Der Wohlfühlfaktor auf eigenem Eis scheint groß, gewohnte Abläufe sind ein zusätzlicher Faktor. Zudem versuchen die Heimteams alles, um eine möglichst normale Heimspielatmosphäre zu ermöglichen. Transparente von Zuschauern und mit Bannern gestaltete Fankurven sind nur einige Mittel, die DEG motiviert die Spieler durch Grußbotschaften der Fans an die Mannschaft zusätzlich.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die bisherigen Erkenntnisse verfestigen oder sich die Trends umkehren. Die Mannschaften im Norden haben auf jeden Fall gezeigt, dass sie Spiele gegen die Top-Teams im Süden ziehen können. Hochinteressant werden in den kommenden Tagen die Duelle von Berlin gegen München und Mannheim, auch Bremerhaven ist absolut auf Augenhöhe. Der Kampf um Platz vier verspricht zudem in beiden Gruppen Hochspannung. Der Ausgang ist offen, ein heißes Finish vor den Playoffs garantiert.