PENNY DEL

04. Februar 2021

Weg an der Nordsee führt weiter nach oben

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion

Bremerhavener Defensive samt Torhüterduo kaum zu überwinden / Überzeugende Paradereihe / Neuzugänge erneut ein Volltreffer

Was sich bereits in der Vorbereitung mit dem Einzug ins Finale des MagentaSport Cups andeutete, setzt sich nun auch in der Hauptrunde fort. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven haben sich zumindest für den Moment unter den Top-Teams der PENNY DEL etabliert und führen die Gruppe Nord aktuell als Spitzenreiter souverän an. Die Mannschaft holte neun Siege aus den ersten zwölf Partien, in den letzten zehn Spielen setzte es nur eine Niederlage: „Wir sind sehr zufrieden mit der Punkteausbeute, ein Schnitt von über zwei ist sehr gut. Natürlich hatten wir auch in vielen Spielen das nötige Quäntchen Glück. Der Finaleinzug in den MagentaSport Cup hat uns Selbstvertrauen gegeben“, sagt Trainer Thomas Popiesch. Waren die Seestädter bereits in den vergangenen Jahren seit dem Aufstieg vor vier Spielzeiten in die höchste deutsche Spielklasse ein regelmäßiger Kandidat für die Playoffs, scheinen die Pinguins in dieser Runde sogar noch stärker. Der aktuelle Erfolg ist das Ergebnis mannschaftlicher Geschlossenheit und einem wieder einmal glücklichen Händchen im letzten Sommer.

Exzellente Torhüter, stabile Defensive

Das beste Torhütergespann der PENNY DEL kommt aus Bremerhaven. Sowohl Tomáš Pöpperle als auch Brandon Maxwell, die sich regelmäßig abwechseln, liegen mit einer Fangquote von weit über 93 Prozent weit vorne. Der gebürtige US-Amerikaner Maxwell, der deutsche Wurzeln hat und auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, kam im letzten Mai neu aus Villach und fand sich auf Anhieb zurecht. Wohl auch ein Verdienst von Kapitän Mike Moore, der zusammen mit Maxime Fortunus wieder einmal als Leader überzeugt und das Grundgerüst der Abwehr bildet. Auf die übrigen Stützen, wie Stanislav Dietz oder Patch Alber, ist jederzeit Verlass. Erst ein einziges Mal kassierte die Hintermannschaft mehr als drei Gegentore, aufgrund des extrem unangenehmen Spielstils kommen die Gegner kaum zu Möglichkeiten.

Paradereihe geht voran

In den entscheidenden Momenten kann sich Bremerhaven bislang zudem auf seine erste Linie um Jan Urbas, Miha Verlic und Neuzugang Ziga Jeglic verlassen. Der Slowene (kam von Mlada Boleslav) führt die interne Scorerliste mit 14 Zählern (sechs Tore, acht Vorlagen) sogar an. Das Trio traf insgesamt schon 15 Mal, ist torgefährlich, spielstark und kaum auszurechnen. Aber auch das so wichtige Secondary Scoring, also offensiver Ertrag aus den hinteren Reihen, ist gegeben. Bremerhaven verfügt über genügend Spieler, die aufgrund ihrer Qualität jederzeit eine Partie entscheiden können. Nicht von ungefähr ist das Überzahlspiel mit mehr als 36 Prozent Erfolgsquote das mit Abstand beste in der gesamten Liga. Und noch eins ist auffällig: Bremerhaven ist extrem bullystark, gelangt somit schnell in Scheibenbesitz und kann dadurch sofort das eigene Spiel aufziehen.

Neuzugänge funktionieren bestens

Das kommt den neuen Gesichtern im Dress der Pinguins zu Gute. Dieser Meinung ist auch Popiesch: „Jeder hat seine Position schnell gefunden, die Neuzugänge machen einen guten Job. Ob es Mitch Wahl im Powerplay ist, Anders Krogsgaard oder Niklas Andersen.“ Gerade das Danish Dynamite-Duo, bestehend aus Verteidiger Krogsgaard und Angreifer Andersen, ist Beleg für das einmal mehr hervorragende Scouting der sportlich Verantwortlichen in der Seestadt. Da Bremerhaven finanziell mit Teams wie München, Mannheim oder Berlin nicht mithalten kann, ist Kreativität gefragt. Diese findet sich in anderen europäischen Ligen, wie etwa in der dänischen Metal Ligaen.

Auch wenn die Saison noch lang ist und sich die Pinguins mit den besten Mannschaften im Süden noch nicht gemessen haben, gilt es dieses Team erst einmal zu schlagen. Gerade in einer möglichen Playoff-Serie. „Wir wollen einfach Freude am Eishockey und Spaß haben. Die Mannschaft hat großes Potential, wir müssen uns aber in vielen Sachen noch verbessern. Und dann schauen wir mal, was die nächsten Wochen bringen“, will der Übungsleiter noch nicht zu weit vorausblicken.