Eidgenossen laden zum letzten WM-Test

Erhobenen Hauptes konnten die deutschen Eishockey-Nationalspieler gestern das Eis in Langenthal verlassen. Die 1:2-Overtime-Niederlage vor 3.922 Zuschauern gegen die gastgebenden Schweizer war zwar ärgerlich, auf der gezeigten Leistung allerdings lässt sich aufbauen.

Knapp eine Woche vor dem Start der 2013 IIHF Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland (3.-19. Mai) und der Auftaktpartie in Helsinki gegen Mit-Gastgeber Finnland scheinen die Spieler das System von Bundestrainer Pat Cortina verinnerlicht zu haben. \"Es greift immer besser“, nickte auch Mannheims Frank Mauer. Bereits heute hat das Team des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) in Rapperswil (17.45 Uhr) die Gelegenheit zur Revanche.

Am Freitag überzeugten Mauer und seine Teamkameraden vor allem kämpferisch. In den meisten Zweikämpfen an der Bande ging die deutsche Auswahl als Sieger hervor. Zudem agierten die Cracks mit dem Adler auf der Brust äußerst diszipliniert. Nur zwei Strafminuten handelte sich das Team ein. Was Cortina besonders erfreut haben dürfte: Eine Vielzahl der Scheiben wurden auch vor das gegnerische Tor gebracht.

Einer nahm sich die Trainer-Vorgabe - wie immer eigentlich - besonders  zu Herzen. John Tripp vom DEL-Finalisten Kölner Haie erzielte in seinem 100. Länderspiel einen beinahe kuriosen Treffer: Quasi an der Bande stehend in Höhe der schweizerischen Torlinie feuerte der Rechtsschütze den Puck einfach mal vor den von Reto Berra gehüteten Schweizer Kasten -und der verdutzte Schlussmann konnte das Spielgerät nur noch aus dem Netz holen. Ein typischer Treffer des Deutsch-Kanadiers, dem solche Tore auch in der DEL schon öfter gelungen sind.

Klar ist aber auch: Trotz der enormen Leistungssteigerung gegen einen auf Augenhöhe agierenden Gegner müssen die sich bietenden Chancen noch konsequenter genutzt werden. Einige gute Möglichkeiten erarbeitete sich die Nationalmannschaft aufgrund ihres nimmermüden Einsatzes. An der Verwertung allerdings haperte es noch. „Wir haben viele Spieler aus Köln und Berlin dazu bekommen und die stehen erst seit einem Tag mit uns auf dem Eis. Insgesamt können wir zufrieden sein“, meinte Cortina.

Mit dem zweiten Duell heute in Rapperswil beenden sowohl die Schweizer als auch die Deutschen ihre rund vierwöchige WM-Vorbereitung. Natürlich wollen beide Mannschaften mit einem Sieg im Gepäck nach Skandinavien reisen. „Jeder sollte nochmal Gas geben, um sich nachhaltig zu empfehlen“, meinte Patrick Köppchen. Nach Ansicht des Neu-Ingolstädters kann das mit einem Sieg unter einer Bedingung durchaus funktionieren: „Wenn wir wie am Freitag auftreten, aber die Kleinigkeiten konstant über 60 Minuten richtig machen“.


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