John Tripp: „Müssen den Kopf oben behalten“
Thomas Götz war um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Der deutsche Botschafter in Finnland gab sich in seiner Begrüßungsrede beim Empfang der Nationalmannschaft unmittelbar nach dem unglücklichen 2:3 gegen Vize-Weltmeister Slowakei alle Mühe, die frustrierten Mienen wieder aufzuhellen. „Ich habe alle bisherigen Spiele gesehen. Sie haben mit ihrem Auftreten und der Leistung viel für Deutschland getan und der Respekt vor der deutschen Mannschaft ist hier in Finnland sehr groß“, sagte Götz bei seiner Begrüßung in der deutschen Botschaft.
Dass diese gut gemeinten Worte nur begrenzte Begeisterung bei den Anwesenden fanden, war angesichts der dritten Niederlage im dritten WM-Spiel verständlich.
Erneut zog die deutsche Mannschaft trotz einer wiederum guten Leistung den Kürzeren. Die Akteure schoben Frust. „Wir haben jetzt gegen drei Topmannschaften gespielt. Auf der einen Seite ist ein Punkt gegen Finnland, Russland und die Slowakei unter dem Strich zwar okay, angesichts unserer Leistung in allen drei Begegnungen wäre aber deutlich mehr drin gewesen“, meinte Christian Ehrhoff auf die Frage, inwieweit man jetzt mit der Ausbeute zufrieden sein könne. Der Kapitän und NHL-Star in Reihen der deutschen Mannschaft haderte zuweilen auch ein wenig mit der Glücksgöttin Fortuna: „Dass wir am Ende gegen die Slowaken noch den Pfosten treffen und eben nicht ins Tor, passt so ein bisschen ins Bild. Irgendwann muss das Glück auch mal zurückkommen.“
Hadern allerdings, das weiß Ehrhoff am besten, bringt nichts. Der heutige freie Tag soll vor allen Dingen zur Regeneration genutzt werden. Nur ein kurzes Training hat Bundestrainer Pat Cortina am Mittag angesetzt. „Wir mussten wir dem schweren Spiel gegen Russland am Tag zuvor Tribut zollen. Das hat man unseren Jungs phasenweise angemerkt.“ Cortina selber hatte Verständnis für die angeschlagene Laune seiner Spieler: „Es ist auch für mich als Trainer hart seine Mannschaft zu beobachten, die wirklich alles gegeben und das Letzte aus sich heraus geholt hat, aber dafür am Ende nicht belohnt wird.“
Das muss möglichst am Mittwoch gegen Österreich gelingen. Bis dahin sollten die bitteren Niederlagen aus dem Kopf sein. \"Wir müssen jetzt den Kopf oben behalten\", forderte Stürmer John Tripp vor dem so wichtigen Duell gegen Österreich (Mittwoch (15:15 Uhr, live bei SPORT1) unmissverständlich: „Es bringt nichts, zurück zu schauen. Wir müssen positiv bleiben.“
Tripp selbst geht als gutes Beispiel voran und erinnerte an die Ausgangslage: „Vor zwei Wochen hätte uns doch niemand zugetraut, dass wir in den ersten drei Spielen gegen Finnland, Russland und die Slowakei überhaupt auf Augenhöhe agieren und einen Punkt holen.“
Möglich, dass dann bereits ein neues Gesicht auf dem Eis steht. Mit Justin Krueger stieß heute Morgen ein weiterer Verteidiger zum Team. Der Defender, der mit seinem AHL-Team Charlotte Checkers gerade aus den Playoffs ausgeschieden ist, soll gegen Österreich erstmals auflaufen und der bisher sehr ordentlich auftretenden Defensive noch mehr Tiefe verleihen.
Aber auch das Toreschießen sollte besser klappen als zuletzt. „Wir hatten jetzt in jedem Spiel gute Möglichkeiten. Da müssen wir einfach kaltschnäuziger agieren“, nickte auch Christoph Ullmann im Hinblick auf die kommenden Aufgaben.