Nationalmannschaft: Blick geht in Richtung WM
Die Gemütslage der Nationalspieler in der Kabine nach der 2:3-Penaltyniederlage in der Schweiz am gestrigen Samstag gegen den Gastgeber war durchwachsen. Kein besonders großer Ärger, aber auch keine überwältigende Freude herrschte im deutschen Lager. Verständlich, denn die Generalprobe vor der 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft (3.-19. Mai) in Schweden und Finnland hätten die deutschen Cracks nur zu gerne erfolgreich hinter sich gebracht.
Dass dem nicht so war, interessierte kurz vor der Abreise aus dem beschaulichen Rapperswil dann auch nur noch die wenigsten. Durchaus nachvollziehbar, schließlich muss der Fokus von nun an nach vorne statt nach hinten gerichtet werden. Die Vorbereitung diente ungeachtet der Ergebnisse zur Gewöhnung an das internationale und weitaus schnellere Spielniveau - und zur Findung des Teams.
Vor allen Dingen Letzteres war für Bundestrainer Pat Cortina in den letzten Wochen eine schwere Aufgabe. Denn immer wieder musste der Italo-Kanadier seine Sturmreihen durcheinander würfeln und improvisieren. Auch beim Auftaktspiel gegen keinen geringeren Gegner als Gastgeber Finnland am kommenden Freitag, 3.Mai (20.15 Uhr, live auf SPORT1) wird die deutsche Auswahl erneut in einer komplett anderen Formation auflaufen. Welche Spieler Cortina bis dahin zur Verfügung haben wird, bleibt indes abzuwarten.
Sicher ist nur, dass so viele Akteure wie selten zuvor ihre Teilnahme absagen mussten. Vor Wochen schon hatten etablierte Cracks wie Christoph Schubert, Alexander Barta, Kai Hospelt, Jerome Flaake, Dimitrij Korschnew, Christopher Fischer oder Garrett Festerling verletzungsbedingt oder aus privaten Gründen abgewunken. Während der Vorbereitung kamen noch Jochen Reimer und Sinan Akdag hinzu. Von den Finalisten verzichtete Berlins Constantin Braun ebenfalls verletzungsbedingt.
Umso wichtiger dürften die Zusagen aus Nordamerika sein. Die NHL-Stars Marcel Goc und Christian Ehrhoff werden am Donnerstag in Helsinki erwartet und sind die großen Hoffnungsträger. Doch Wunderdinge von dem Duo zu erwarten, wäre unfair. Vielmehr sollen diese beiden Ausnahmespieler für die nötige Stabilität sorgen und die Mannschaft führen.
Tatsache ist: Aufgrund der Konstellation ist das deutsche Team nicht auszurechnen. Spannend dürfte sein, wie schnell sich das Team findet und miteinander harmoniert. Die Ergebnisse der Vorbereitung sind dann längst vergessen. \"Im letzen Jahr haben wir alle Testspiele gewonnen, aber bei der WM keine gute Leistung abgeliefert\", erinnert sich Christoph Ullmann, der hofft, dass es diesmal genau anders herum läuft: „Ab jetzt zählen nur noch Punkte.\"