Nationalmannschaft: Doppelte Generalprobe in der Schweiz

Wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft heute (ab 19:40 Uhr, live auf SPORT1) in Langenthal und morgen, Samstag (17:45 Uhr), in Rapperswil auf die Schweiz trifft, dann scheint es rein vom Papier her ein Duell auf Augenhöhe zu sein. Auf der einen Seite die Gastgeber, im internationalen IIHF-Ranking auf Platz neun gelistet, auf der anderen Seite die deutsche Auswahl, aktuell auf Rang zehn in der Welt.

Natürlich sind die Duelle gegeneinander immer etwas Besonderes. Zuletzt konnte sich die Mannschaft von Bundestrainer Pat Cortina beim Deutschland Cup in München mit 2:0 gegen die Eidgenossen durchsetzen. Schnee von gestern. Sowohl heute als auch morgen geht es schließlich auch ums Prestige. Beide Mannschaften wollen zudem mit einem Erfolgserlebnis die Vorbereitungsphase beenden und mit einem positiven Gefühl in Richtung 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft nach Finnland und Schweden reisen. Entsprechend offensiv lautet die Ansage des Schweizer Stürmers Dennis Hollenstein. Der Angreifer der Kloten Flyers erwartet enge Duelle: „Es ist immer speziell, wenn man gegen das Nachbarland spielt. Die Rivalität ist groß, und jeder will gewinnen.“

Was beide Teams von ihrer Papierform bisher aber unterscheidet: Während die Mannschaft von Pat Cortina zuletzt in Frankfurt gegen Schweden einen historischen 5:2-Erfolg feierte und damit das erste von bisher sechs Vorbereitungsspielen gewann, triumphierten die Schweizer im Verlaufe ihrer Testphase gegen teilweise hochkarätige Gegner. Zwei Mal wurde die russische Auswahl bezwungen, gegen Finnland gab es je einen Sieg und eine Niederlage. Resultate, die eindeutig für die hohe Qualität der Mannschaft von Trainer Sean Simpson sprechen. Aber: Bei zwei Vergleichen gegen Frankreich setze es auch eine Pleite. Was allerdings eher unter der Kategorie Ausrutscher zu verbuchen ist.

Simpson hat aktuell 27 Spieler im Team. Mit Roman Josi, Sven Bärtschi, Damien Brunner und Nino Niederreiter könnten bis zu vier Akteure aus Nordamerika noch zum Kader stoßen. Das Quartett allerdings ist an diesem Wochenende freilich noch nicht dabei. Auf Seiten der DEB-Auswahl kann Pat Cortina erstmals auf die Cracks der DEL- Finalisten aus Köln und Berlin zurückgreifen. Für die Endspielteilnehmer sowie die weiteren Akteure in der deutschen Auswahl ist es die letzte Chance, sich für eine WM-Teilnahme zu empfehlen. Entsprechend motiviert dürften beide Seiten zu Werke gehen.

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