Patrick Köppchen: Ein schönes Gefühl, zurück zu sein

Es war fast auf den Tag genau sieben Jahre her, als Patrick Köppchen letztmalig den Adler auf der Brust trug: Am 15. April 2006 bei der 0:1-Niederlage in Landshut im Rahmen der WM-Vorbereitung bestritt der Verteidiger sein 38. Länderspiel. Und erst am 12. April 2013 in Regensburg gegen Tschechien kam Nummer 39 hinzu.

„Ich muss sagen, dass ich schon sehr überrascht war, als ich die Einladung bekam. Sieben Jahre ist ja doch eine lange Zeit“, sagt der Neu-Ingolstädter. „Aber ich musste nicht lange überlegen, denn es macht mich unheimlich stolz, das Nationaltrikot zu tragen und ist eine besondere Ehre.“

Dass der heute 32-Jährige in den letzten Jahren seine Leistung nicht gebracht hätte, kann man nicht sagen: Als Assistenz-Kapitän war er 2010 Meister mit Hannover, hatte 2008 eine überragende Plus/Minus-Bilanz. Sein damaliger Trainer Hans Zach lobte ihn überschwänglich als den besten deutschen Verteidiger in der DEL. „Anscheinend hat es aber trotzdem nicht gereicht, sonst wäre ich ja wieder einmal eingeladen worden“, sagt der gebürtige Berliner lapidar.

Bei Cortina stand Köppchen seit Längerem auf dem Notizzettel. „Er hat eine ganz starke Saison in Hamburg gespielt.“ Mit 26 Scorerpunkten war es auch seine offensiv-stärkste in der DEL. Und Umstellungsprobleme gab es im Nationalteam nicht. „Sicher, im Vergleich zu früher waren viele neue Gesichter da. Aber es war ein schönes Gefühl, zurück zu sein. Nach zwei, drei Wechseln hat man sich dann auch an das internationale Niveau wieder gewöhnt.“

Und so stehen die Chancen auf seine zweite WM-Teilnahme nach 2001 auch gar nicht schlecht. Schließlich gehört er nach wie vor zum Aufgebot. Cortina vertraute \"Pit\", wie er von allen nur genannt wird, in den Spielen gegen Tschechien und Schweden sogar die Rolle des Blue Liners zu. Mit Erfolg. Beim überraschenden 5:2-Erfolg am vergangen Sonntag gegen Schweden traf Köppchen zum allerersten Mal im Trikot des Nationalteams. Im 42. Spiel. „Und so etwas noch in meinem hohen, fortgeschrittenen Alter“, lacht der Linksschütze.

Jetzt in der Schweiz ist der ehemalige Freezer wieder am Start. Im Training bildet er ein Verteidiger-Paar mit Mannheims Niki Goc. An die WM will Köppchen indes noch nicht denken: „Darüber mache ich mir wenig Gedanken. Am Ende liegt die Entscheidung nicht bei mir, ich kann nur versuchen, meine Leistung zu bringen.“ Und was bei Pat Cortina dazugehört, hat Köppchen auch schon verinnerlicht: „Akribische Arbeit, Disziplin, Pünktlichkeit - das zeichnet den Bundestrainer aus.“

Und wer weiß: Ab nächster Woche kann er sich dann davon vielleicht in Helsinki überzeugen...

Tobias Welck

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