2013 IIHF Weltmeisterschaft: Nagelprobe zur Ouvertüre
Vorhang auf zur 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland: Dabei gerät bereits die Ouvertüre für das dautsche Team zur Nagelprobe. Schließlich ist kein Geringerer als der ambitionierte Gastgeber Finnland heute ab 19:15 Uhr (live auf SPORT1) der Gegner des Teams von Bundestrainer Pat Cortina. Klar ist: Die Skandinavier sind in der schmucken Hartwall Arena von Helsinki der haushohe Favorit. Entsprechend engagiert und mit breiter Brust dürften die Hausherren gegen die deutsche Auswahl auftreten.
So sieht es auch Bundestrainer Cortina, der allerdings von seiner Mannschaft ebenfalls erwartet, dass sie mit Einsatz und Leidenschaft dagegen hält. Dem schweren Auftaktprogramm mit den Gegnern Finnland, Russland und Slowakei kann er trotzdem auch etwas Positives abgewinnen: „Die Spiele gegen solche Topteams fordern uns auf höchstem Niveau. Deswegen sind diese Partien ein guter Start, um uns schnell an das hohe Level gewöhnen zu können.“ Wohl wissentlich, dass die Erwartungen gleich zu Beginn nicht zu hoch sein sollten: „Wir wollen uns im Turnierverlauf steigern. Es geht ja nicht nur um den Start, sondern besonders um das, was danach kommt.“ Und das sind bekanntlich Österreich, Lettland, USA und Frankreich. Partien, in denen man sich durchaus etwas ausrechnen darf – und muss.
Dass seine Jungs mittlerweile auf Betriebstemperatur sind, davon konnte sich der Italo-Kanadier im Training überzeugen. Als eine der ersten Nationalmannschaften reiste der deutsche Tross bereits am Dienstag nach Helsinki. „Das Team hat hervorragend trainiert und ist gut drauf“, meint Cortina rückblickend auf die bisherigen Einheiten. Wichtig sei, so der Coach, dass die Spieler die Vorgaben umsetzen. „Wir müssen die Basis mit ruhigem und simplen Spiel legen“, verlangt Cortina.
Dessen Kader hat sich seit gestern bekanntlich nochmal prominent gefüllt. Wie abgesprochen, stießen die NHL-Stars Marcel Goc (Florida Panthers) sowie Christian Ehrhoff (Buffalo Sabres) zum Team. Der Krefelder Ehrhoff wird die deutsche Auswahl auch als Kapitän anführen. „Dass Christian und Marcel dabei sind, ist nochmal eine besondere Motivation für den Rest der Mannschaft. Es verdient unseren absoluten Respekt, dass sie so kurz nach dem Saisonende zu uns gestoßen sind“, meinte Cortina im Hinblick auf die kurze Saison in der NHL mit 48 Spielen in nur 110 Tagen – bei Ehrhoff und Goc noch zusätzlich verbunden mit den Einsätzen in der DEL für Krefeld (Ehrhoff) und Mannheim (Goc). Das Duo habe keine Sekunde über frühzeitigen Urlaub nachgedacht. „Ihre erste Frage war: wann müssen wir da sein?“, erklärt Cortina und fügt an: „Das zeigt ihre Einstellung gegenüber der deutschen Nationalmannschaft.“
Dass es die beiden NHL-Legionäre alleine auch nicht richten können, dürfte logisch sein. Trotz zahlreicher Absagen ist die Qualität im Kader durchaus vorhanden. Von daher zeigen sich auch die Cracks selber kämpferisch: „Natürlich hängen die Trauben hoch für uns, aber gerade das ist die Herausforderung bei einer WM. Es war ja nie anders“, erklärte beispielsweise Stürmer Christoph Ullmann, einer der Assistenzkapitäne: „Wir haben aber in den letzten Jahren oder auch während der Vorbereitung zuletzt beim 5:2-Sieg gegen Schweden gezeigt, dass wir die Großen ärgern können. Das muss auch jetzt das Ziel in Helsinki sein.“
Am liebsten soll das schon bald gelingen. Cortina greift neben seiner Taktik auch in die psychologische Trickkiste, um aus seiner Mannschaft das Äußerste heraus zu kitzeln. Der Blick zurück verbietet sich dabei. Vielmehr möchte der Coach Optimismus verbreiten und packt das Team bei der Ehre. „Wir haben bei dieser WM nun die Chance, unser wahres Gesicht zu zeigen. Wir können zeigen, wer wir sind.“