DEL-Finale 2013: Duell zweier Eishockey-Philosophien
Der Countdown läuft, die 19. DEL-Saison steht vor ihrem Höhe- und Endpunkt zugleich. Wenn am Sonntag in der LANXESS arena von Köln (ab 14.15 Uhr live bei ServusTV) die heimischen Haie den Rekord-Champion aus Berlin empfangen, treffen zwei Teams aufeinander, die die Spielzeit 2012/13 maßgeblich geprägt haben: Hier die Domstädter mit einer konstant starken Jahresleistung, dort die etwas schwerfällig auf Touren gekommenen, aber in den Playoffs zum „Monster“ mutierten Eisbären
Zwei Teams mit vielen Gemeinsamkeiten – aber auch einigen Unterschieden. Sowohl Haie als auch Eisbären bevorzugen das schnelle, direkte Kombinationsspiel und sind überzeugte Verfechter einer offensiven Spielkultur. Beide Teams nutzen ihre Gelegenheiten meist sehr effizient: Die Eisbären besonders im Überzahlspiel, die Haie bei überfallartigen Attacken.
Unterschiedliche Philosophien verfolgen beide Finalisten dagegen im Rückwärtsgang. Während die Haie die Balance zwischen Offensive und Defensive suchen – und meist auch finden –, liegt der Eisbären-Fokus eindeutig auf dem Drang zum Tor.
Der optische Eindruck wird von der Statistik unterstrichen: Während die Haie bei 33 eigenen Treffern nur 14 Tore kassierten, markierte Berlin zwar ein Törchen mehr, musste aber 31 Treffer hinnehmen. Diese resultierten in der Mehrzahl allerdings aus den ersten Playoff-Partien, von denen Spiel 3 der Viertelfinal-Serie gegen Hamburg zum Weckruf für die Berliner geriet: Innerhalb von nur 15 Minuten schlug es sechs Mal im Berliner Tor ein!
Seither besinnen sich die Männer von Trainer Don Jackson der alten Eishockey-Weisheit: „Offensive gewinnt Spiele, Defensive die Meisterschaft.“ Mit Erfolg: Die Defensiv-Schere zwischen den beiden Final-Kontrahenten hat sich deutlich geschlossen. 13 Berliner Gegentoren stehen acht Einschlägen bei den Haien gegenüber!
Zwar liegen die Eisbären auch hier weiterhin hinten, doch der Abstand ist deutlich geringer geworden: Der 19. DEL-Titel dürfte heiß umkämpft sein.