Die Lage der Liga: Fans heiß auf Viertelfinal-Duelle

Es ist angerichtet. Am kommenden Mittwoch startet in der DEL die Viertelfinal-Spiele der Saison 2012/2013. Acht Teams, ein Ziel: Die Meisterschaft. Der Gejagte: Die Eisbären aus Berlin. Der amtierende Titelträger und „Abo-Meister“ der vergangenen Jahre bekommt es als Tabellenvierter nach der Hauptrunde ausgerechnet mit dem „kleinen Bruder“ zu tun. Denn auch die Hamburg Freezers gehören bekanntlich zur Anschütz-Gruppe. Bedeutet: Es geht in diesen Partien nicht nur um den Einzug ins Halbfinale, sondern auch um eine „interne Standortbestimmung“.  Natürlich wollen beide Lager eine Runde weiterkommen, eine entsprechend enge Serie im Modus „Best of Seven“ wird erwartet.

Ein Favorit ist schwerlich auszumachen. Für die Freezers spricht: Sie spielten eine hervorragende Hauptrunde, Berlin musste dagegen etwas von seiner Dominanz der letzten Jahre einbüßen. Aber: Kenner der Szene wissen, dass die Eisbären in den Playoffs den Schalter nochmal umlegen können. „Beim 2:0 letztens gegen Hamburg haben wir unser bestes Spiel der Saison gespielt. Das war so ein Spiel, wie ich uns kenne, das war sehr wichtig für uns“, sieht Berlins Kapitän André Rankel das durchaus vorhandene Potenzial in Reihen des amtierenden Meisters. Der Nationalstürmer weiß allerdings auch: „Hamburg hat eine gute Entwicklung hinter sich. Das wird nicht so einfach wie früher, als wir die Freezers immer locker geschlagen haben im Playoff – falls jemand vergleichen möchte mit der Vergangenheit.“

Frank Mauer: \"Kein anderes Ziel als den Titel\"

Wenn es um den Favoriten für die diesjährige Meisterschaft geht, führt kein Weg an Mannheim vorbei. Der CASHPOINT-Hauptrundensieger war neben den Kölner Haien das konstanteste Team der Liga. Konstanz ist genau das, was man insbesondere in langen Playoff-Serien wie dem Viertelfinale mit vier Siegen benötigt. Gegner der Adler sind die „Auferstandenen“ aus Wolfsburg, die sich am Sonntag im alles entscheidenden dritten Spiel in Nürnberg das Viertelfinal-Ticket sichern konnten. Den Rückenwind wollen die Niedersachsen natürlich nutzen, auch wenn die Kurpfälzer Favorit sind. Und sich mit einem Trainingslager in Garmisch auf die Runde der letzten Acht vorbereiteten. „Wir sind siegeshungrig. Der Großteil der Mannschaft war letztes Jahr schon dabei, als wir kurz vor der Meisterschaft standen. Dieses Jahr haben wir uns gezielt verstärkt und die Jungs brennen förmlich“, weiß Frank Mauer. Der Stürmer liefert eine klare Ansage: „Wir wollen die Meisterschaft unbedingt gewinnen und nach dem ersten Platz in der Hauptrunde gibt es für uns kein anderes Ziel als den Titel.“

Mit dem Viertelfinale kommt es nach 28 Vorrundenduellen der beiden Teams in der DEL (17 Siege für die Adler, 11 Niederlagen) zum ersten Mal zu einer Playoff-Serie zwischen Mannheim und Wolfsburg. Die Niedersachsen sind damit der 16. Playoff-Gegner der Adler seit Gründung der DEL 1994.

Ganz knapp am CASHPOINT-Hauptrundensieger vorbeigeschrammt sind die Kölner Haie, die es mit dem Siebten der Endabrechnung, den Straubing Tigers, zu tun bekommen. Die Vorrunden-Bilanz spricht für die Haie: Zwar gab es am 2. November 2012 zu Hause einen 1:2-Ausrutscher, ansonsten gewann die Mannschaft von „DEL-Trainer des Jahres“ Uwe Krupp  drei von vier Spielen in regulärer Spielzeit bei einem Torverhältnis von 14:8.

Eine Statistik, die in der Domstadt allerdings nur am Rande interessiert. „Das wird ein verdammt hartes Stück Arbeit“, weiß Verteidiger Moritz Müller, dass die Playoffs ihre eigenen Gesetze haben. Bei den Tigers, die sich in der ersten Playoff-Runde gegen die Augsburger Panther mit 2:0-Siegen durchsetzen konnten, ist man trotz des großen Rang-Unterschieds in der Hauptrundentabelle optimistisch. „Ich freue mich auf die Kölner. Schließlich ist der KEC mein Ex-Team“, meinte Stürmer Daniel Sparre. Klar dürfte sein, dass der Straubinger Pulverturm bei den beiden Gastspielen der Haie aus allen Nähten platzen dürfte und die Halle zu einem Tollhaus verwandelt wird. Aber auch auswärts wollen die Fans ihre Mannschaft unterstützen. So wurde kurzerhand ein Sonderzug für Spiel 3 in der LANXESS arena organsiert.

Verletzungssorgen in Ingolstadt und Krefeld

Richtig stimmungsvoll dürfte auch das Duell zwischen den Krefeld Pinguine und dem ERC Ingolstadt werden. Bereits knapp 12.000 Karten für die beiden Heimspiele der Schwarz-Gelben gingen über die Ladentheke. Die Fans in der Seidenstadt, deren Team überraschenderweise den dritten Tabellenplatz nach der Hauptrunde erklomm, sehnen sich nach dem Halbfinale. Zehn Jahre nach der Meisterschaft 2003 träumen sie sogar von mehr. Aber da werden die Ingolstädter einiges gegen haben. Die Abschlussplatzierung sagt gar nichts aus. Zumal der ERCI alle vier Spiele der Saison gegen den KEV gewann. Manche sprechen sogar vom Angstgegner der Pinguine.

Beide Mannschaften müssen offiziell auf verletzte Spieler verzichten. Den Medienberichten zur Folge trifft es dabei besonders die Bayern hart. Denn Kapitän Tim Conboy verletzte sich zuletzt im Training und wird vermutlich ebenso ausfallen wie Sean O‘Connor, Christoph Gawlik und Tyler Bouck. Hoffnung besteht zumindest bei Thomas Greilinger, der nach seinem Fußbruch im Mannschaftstraining steht und am Mittwoch auflaufen könnte. Bei den Pinguinen ist die Anzahl der Verletzten zwar nicht ganz so hoch wie in Ingolstadt, doch wiegen die Ausfälle von Adam Courchaine und Francois Methot extrem schwer, schließlich handelt es sich bei den Stürmern um die Topscorer aus Reihe eins. „Ingolstadt ist viel besser als es der sechste Platz ausdrückt. Das wird für uns eine sehr harte Serie. Aber das ist auch ein guter Test. Wenn wir weiterkommen, wird es sehr schwer werden, uns zu schlagen\", erklärte Methot.

2. GALA DES DEUTSCHEN EISHOCKEYS

Ganz gleich wie: Den Titel gewinnt nur das Team, das am wenigsten Fehler macht und während der Playoffs eine konstante Leistung aufs Eis bringt. So zumindest wurde es auch im Rahmen der 2. GALA DES DEUTSCHEN EISHOCKEYS in der Augsburger Kälberhalle am vergangenen Samstag immer wieder seitens der Verantwortlichen bestätigt. „Eine derartige Meisterschaftsprognose ist immer schwer zu geben. Wir und Mannheim waren die konstantesten Teams. Das aber alleine muss nichts heißen“, erklärte beispielsweise „DEL-Cable Guy des Jahres“, Kölns John Tripp. Tripp, Coach Uwe Krupp und besonders Mitspieler Andreas Holmqvist räumten in Augsburg ab. Der schwedische Haie-Verteidiger wurde neben dem besten Verteidiger sogar zum „DEL-Spieler des Jahres“ gekürt, was ihn nach eigenen Aussage ein „wenig schockierte“. Gut möglich also, dass Holmqvist am Ende gegen den „DEL-Torhüter des Jahres“, Mannheims Dennis Endras, antreten muss.

Alle Geehrten dachten am Samstag in Augsburg soweit allerdings noch nicht. Spätestens ab Mittwoch allerdings wird das der Fall sein. Service für die Fans, die nicht live im Stadion dabei sein können, ist bereitet. Servus TV hat die ersten drei TV-Spiele im Playoff-Viertelfinale bekannt gegeben. Den Start machen am Mittwoch den 20. März die Eisbären Berlin und die Hamburg Freezers. Ab 19.10 Uhr wird diese Begegnung aus der o2 World Berlin übertragen. Zwei Tage später (Freitag, 22. März) meldet sich der Free TV-Sender live vom Duell des ERC Ingolstadt gegen die Krefeld Pinguine (ab 19.10 Uhr). Am Sonntag (24. März, ab 14.15 Uhr) folgt dann die Partie der Kölner Haie gegen die Straubing Tigers.

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