Die Lage der Liga: Lüdemann erster „Millennium-Mann“ der DEL
Erster „Millennium-Mann“ der DEL-Geschichte, feiernde Fans in Sonderzügen, Zwei-Millionen-Zuschauer-Marke geknackt und sportliche Duelle auf Augenhöhe – der 48. DEL-Spieltag hatte es in sich. Doch der Reihe nach: Besser hätte die Partie zwischen den Kölner Haien und den Straubing Tigers für Rekordspieler Mirko Lüdemann nicht enden können. Mit 5:3 setzten sich die Domstädter bei Lüdemanns 1.000. DEL-Match gegen bissige Gäste durch. Während die Haie damit ein Sechs-Punkte-Wochenende perfekt machten und weiter einsam ihre Kreise an der Spitze drehen, muss Straubing – auch bedingt durch die punktende Konkurrenz – um die Teilnahme an der 1. Playoff-Runde zittern. Der Abstand auf Platz zehn beträgt mittlerweile vier Zähler.
Lüdemann, dem Jubilar auf der anderen Seite, war das relativ egal. Aus ganz Deutschland erhielt der Verteidiger zahlreiche Glückwünsche. Ehemalige Mitspieler, Trainer und auch Fans huldigten dem „Ur-Hai“. „Lüde“ selbst gelang in seinem Jubiläumsspiel sogar ein Scorerpunkt beim 4:2 durch Felix Schütz. „Der Applaus, die Standing Ovations von all den Leuten, das war schon ein schönes Gefühl, einmalig\", freute sich der Defender mit der „12“ auf dem Trikot. Allerdings, typisch Lüdemann eben, wollte er sich so schnell wie möglich aufs Spiel konzentrieren und keine großen Ehrungen entgegen nehmen. „Das war ein bisschen zeitaufwendig, von hier nach da und wieder zurück“, witzelte Lüdemann hinterher.
Freude allenthalben herrschte DEL-weit vor allem aber auch wegen bestens gefüllter Hallen. Insgesamt strömten 53.924 Fans in die Arenen – und katapultierten den aktuellen Zuschauerwert über die magische Zwei-Millionen-Marke: Insgesamt durften die 14 DEL-Clubs im Saisonverlauf 2.024.674 Besucher in den Stadien begrüßen. Im Schnitt fanden die bisher absolvierten 334 Spiele der Hauptrunde vor 6.061 Eishockeyfans statt. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: „Es freut uns, dass die DEL weiterhin eine solch hohe Attraktivität genießt. Das spiegelt sich auch in den Zuschauerzahlen wider.“
Strahlende Gesichter erlebte vor allen Dingen Nürnberg. Die heimischen Thomas Sabo Ice Tigers, zuletzt eher durch bescheidende Auftritte auffällig geworden, setzten am Wochenende ein großes Ausrufezeichen. Und das liest sich so: Zwei Spiele, sechs Punkte, 11:1 Tore! Gerade noch rechtzeitig scheint das Team um Kapitän Patrick Reimer die Kurve zu kriegen. Der Lohn ist Rang acht. Allerdings teilen sich die Noris-Cracks diesen mit der Konkurrenz aus München und Hannover (alle 68 Punkte). Will heißen: Noch ist nichts gewonnen. Was auch Ice-Tigers Coach Bengt-Ake Gustafsson so sieht: „Diese Leistung müssen wir in jedem Spiel bringen, nicht nur in jedem zweiten.“
Apropos Leistung: Die Zuschauer in Hamburg erlebten am Sonntag beim 4:2 gegen die Düsseldorfer EG ebenfalls besondere Momente. Das lag zum einen natürlich am Sieg der Freezers, zum anderen an den Fans der unterlegenen DEG. Denn die per Sonderzug angereisten rund 600 Anhänger verwandelten die o2 World in ein Tollhaus. Dass die Düsseldorfer Kufencracks trotz Niederlage sogar nochmal zur Ehrenrunde aufs Eis kommen mussten, spricht Bände. In der Tat hatte sich Rot-Gelb mit einer Rumpftruppe - Kapitän Daniel Kreutzer, Colin Long (Grippe), Ashton Rome, Marian Bazany (beide Handverletzung) und Daniel Fischbuch fehlten - als extrem zäher Gegner präsentiert.
Gleiches Bild in Berlin. In der dortigen o2 World feierten ebenfalls 600 auswärtige Fans – allerdings den 4:3-Overtimesieg der eigenen Pinguine bei den Eisbären. Berlin (Dritter) und Krefeld (Vierter) bleiben in der Tabelle damit gleich auf. Notiz am Rande: Beide Teams haben sich damit sicher für die Playoffs qualifiziert.
Gilt natürlich auch für die Adler. Nach dem Sieg in Straubing setzten die Mannheimer ihren Höhenflug mit dem 5:2 über Iserlohn fort. Lange Zeit taten sich die Hausherren im Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters schwer, doch mit drei Treffern in den letzten sechs Minuten sicherten sich die Adler drei Punkte – und damit zumindest einen Platz unter den ersten Vier, gleichbedeutend mit dem Viertelfinal-Heimrecht.