Eduard Lewandowski: WM in Finnland ist das große Ziel

Eduard Lewandowski ist in Minsk ein besonders gefragter Mann. Nämlich als Dolmetscher. Klar, der im russischen Krasnoturjinsk geborene deutsche Nationalspieler hat  in der weißrussischen Metropole keinerlei Probleme, sich verständigen zu können. Doch das macht er nur, wenn er von seinen Teamkameraden darum gebeten wird. Ansonsten hat sein russisch quasi schon Sommerpause.

Viele Fans haben den Außenstürmer noch aus seiner DEL-Zeit in Erinnerung. Für die Eisbären Berlin, die Kölner Haie sowie die Adler Mannheim absolvierte der Außen über 430 DEL-Spiele. Danach zog es ihn nach Russland, genauer gesagt zu Spartak Moskau. In der zur Saison 2008/2009 neu gegründeten KHL gilt der heute 32 Jahre alte Linksschütze aufgrund seiner Abstammung nicht als Importspieler. Was ihn natürlich für die finanzstarken Clubs besonders interessant machte.

Eine Stammplatzgarantie allerdings ist das noch lange nicht. Schließlich folgten viele Cracks, besonders die russischen Akteure aus der NHL, dem damaligen Lockruf des Geldes und der Möglichkeit, wieder vor den eigenen Landsleuten spielen zu können. Lewandowski biss sich trotz großer Konkurrenz durch, wechselte  nach seiner Zeit bei Spartak für zwei Jahre zu Atlant Mytishchi,  um vor der laufenden Saison wieder zu Spartak zurück zu kehren. Allerdings: Aufgrund schlechter Ergebnisse im Saisonverlauf wechselte Lewandowski neben einigen anderen Spielern auf Leihbasis das Team und schloss sich Neftekhimik Nizhnekamsk an.

Dass Lewandowski überhaupt in der neuen Saison Fuß fassen konnte, ist nicht selbstverständlich. „Eddy“ bereitete sich im vergangenen Jahr mit der deutschen Auswahl ganz normal auf die WM in Schweden und Finnland vor, doch dann kam der Schock: Beim Testspiel gegen Dänemark in Kassel riss sich der Stürmer das Kreuzband. Saisonaus. Besonders bitter: Der damalige Bundestrainer Jakob Koelliker hielt große Stücke auf Lewandowski und hatte ihn sogar für die WM auf dem Zettel. Stattdessen folgte eine monatelange Pause. Eine Pause, die er die meiste Zeit in der Reha verbrachte. Mit Erfolg. „Die Saison ist rein gesundheitlich für mich gut verlaufen, mit dem lädierten Knie gab es keine Probleme mehr“, klopft Lewandowski auf Holz.

Die Zeit in der Reha konnte er zumindest größtenteils zu Hause verbringen. „Ich bin im Sommer immer daheim in Wilhelmshaven. Da lebt meine Familie und dort habe ich viele Freunde und Bekannte“, erklärt der Nationalspieler, der bereits die vergangenen drei Wochen in seiner nordischen Heimat verbrachte und zum Treffpunkt mit dem Flieger aus Bremen angereist war.

Lewandowski, Olympia-Teilnehmer von 2006 in Turin, ist in der aktuell doch recht jungen Truppe, die derzeit in Weißrussland weilt, mit Abstand der erfahrenste Crack. Über 300 Spiele in der KHL sprechen Bände, dazu kommt die Teilnahme mit Köln am Spengler Cup oder die Meisterschaft mit den Adler Mannheim. Da können seine heutigen Mitspieler nur staunen.

Wenn es nach dem Flügelstürmer geht, soll die laufende Saison noch lange nicht zu Ende sein. Lewandowski möchte nach Finnland. Vier WM-Teilnahmen hat er bereits in der Tasche, die fünfte soll folgen. Dafür gibt er im Training Gas, will sich für eine Nominierung durch Bundestrainer Cortina empfehlen. Zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitungsphase sind entsprechende Prognosen allerdings noch viel zu früh. Sicher ist: Ein geeigneter Kandidat wäre er. „Er ist voll motiviert“, lobt Cortina. Eine Aussage, die zumindest schon mal hoffen lässt.

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