Nach Fast-Sensation: „Dieser Punkt kann noch ganz wichtig sein\"

Der Triumph war greifbar nahe, doch am Ende fehlten dem Team des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) exakt 89 Sekunden zur Sensation. Eine kleine Unachtsamkeit und Favorit Finnland hatte die deutsche Führung bei der 2013 IIHF Weltmeisterschaft ausgeglichen und in der Overtime in ein knappes 4:3 verwandelt.

Für das DEB-Team gilt es nun, das trotz der Niederlage positive Momentum zu konservieren und mit in die Partie gegen Rekord-Weltmeister Russland (Sonntag, 15.15 Uhr live bei SPORT1) zu nehmen.

Zwar hatten nur kühne Optimisten einen „Zählerklau“ gegen den Mitfavoriten auf den WM-Titel für möglich gehalten, doch angesichts der nicht einmal unverdienten 3:2-Führung bis kurz vor Ultimo hielten sich Optimismus und Enttäuschung im deutschen Team die Waage.

Kapitän Christian Ehrhoff drückte es folgendermaßen aus: „Direkt nach dem Spiel ist man schon ein wenig enttäuscht. Wenn man so dicht dran ist, möchte man natürlich auch den Dreier. Dennoch können wir erhobenen Hauptes das Eis verlassen und durchaus zufrieden sein mit dem Start in dieses Turnier.“

Der NHL-Verteidiger aus Buffalo in Reihen der deutschen Auswahl merkte in seiner Analyse zwar auch an, dass „uns die Strafzeiten etwas den Schwung genommen haben“, dennoch war der 30 Jahre alte Kapitän grundsätzlich mit der Einstellung zufrieden: „Wir haben kämpferisch alles gegeben.“ Berlins André Rankel wertete das Ergebnis ebenfalls positiv: „Dieser Punkt kann am Ende noch ganz wichtig sein.“

In der Tat trat die Mannschaft Bundestrainer Pat Cortina größtenteils sehr kompakt auf. Die hoch gewetteten Gastgeber erspielten sich im Verlaufe der Partie zwar auch gute Gelegenheiten, die Rob Zepp im deutschen Tor mit einigen starken Paraden entschärfte, auf der anderen Seite hatten die deutschen Fans bei Chancen durch Youngster Marcel Noebels, André Rankel oder Marcel Goc ebenfalls den Torschrei auf den Lippen. Wer weiß: Ein wenig mehr Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Kasten hätte sogar den Sieg bedeuten können.

Dass dem nicht so war, verdankten die Hausherren einem sowohl spektakulären als auch glücklichen Treffer 89 Sekunden vor dem Ende durch Petri Kontiola. Der Stürmer lupfte die Scheibe akrobatisch zunächst an Zepp vorbei und vollendete dann eiskalt. „Das war schon ein sensationelles Tor, das muss man zugeben“, meinte Zepp, der auf Seiten der Nationalmannschaft zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt wurde.

War das Duell gegen die Finnen schon eine hohe Hürde, kommt es jetzt für die Cortina-Truppe abermals knüppeldick. Im zweiten Spiel der Gruppe H geht es gegen keine geringeres Team als Rekordweltmeister Russland. „Wir sollten genauso auftreten wie am Freitag“, erklärte Marcel Goc, fordert gleichzeitig allerdings auch mehr Disziplin: „Wichtig ist, dass wir von der Strafbank wegbleiben.“

Natürlich möchte die deutsche Auswahl morgen erneut einen Top-Gegner ärgern. Keine leichte Aufgabe. Das weiß auch Christoph Ullmann: \"Jetzt wird uns keiner mehr unterschätzen.“

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