Noebels nach WM-Premiere: „Das war schon außergewöhnlich“
Das nennt man wohl Karrieresprung: Erst vor knapp zehn Tagen kam Marcel Noebels im Anschluss an das Saisonende seiner Adirondack Phantoms aus der American Hockey League (AHL) zurück in die Heimat. Genauer gesagt ins beschauliche Tönisvorst bei Krefeld. Gerade mal eine Nacht verbrachte der 21 Jahre alte Stürmer im heimischen Bett, bevor es zur Vorbereitung der Nationalmannschaft in die Schweiz ging. Dort absolvierte der Außenstürmer seine ersten beiden Länderspiele im Seniorenbereich. Offenbar stellte er sich dabei mehr als ordentlich an. Bundestrainer Pat Cortina hob am Montag den Daumen. Noebels gehört zum Aufgebot der DEB-Auswahl bei der 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland. Und, was für den Linksschützen noch schöner war: Er durfte direkt im Auftaktspiel der Deutschen am Freitag gegen Finnland ran. Eine erstaunliche Entwicklung des Youngsters.
Marcel, wie hast du dein erstes WM-Spiel im Seniorenbereich gestern gegen Finnland erlebt?
Es war unglaublich. Die Stimmung in der Arena war wirklich super. Besonders bei der finnischen Nationalhymne hatte man Gänsehaut. Das war schon außergewöhnlich. Nervös war ich eigentlich danach nicht so sehr, eher motiviert und heiß aufs Spiel. Es ist schon fast sensationell, dass wir den Finnen vor deren eigenen Fans zum Auftakt einen Punkt klauen konnten. Klar, wenn man kurz vor Schluss gegen ein solches Topteam plötzlich führt und dann noch in der Overtime verliert, dann ist schon ein wenig Frust dabei. Allerdings sollten wir auch auf dem Boden bleiben. Dieser eine Zähler kann noch von großer Bedeutung sein.
Vom Ende der Spielzeit in Nordamerika bis hin zu deiner Nominierung für die Weltmeisterschaft dauerte es gerade mal eine Woche. Wie fühlt man sich so auf der Überholspur?
Ich bin natürlich begeistert und freue mich riesig, dabei sein zu können. Das war so ja nicht zu erwarten. Zwar hatte ich immer losen Kontakt zum Verband und wusste, dass sich der Bundestrainer gerne ein Bild von mir machen würde, wenn ich früh genug wieder zu Hause bin. Dass ich jetzt bereits mein erstes WM-Spiel absolviert habe, ist natürlich super. Da wird ein Traum wahr.
Wie lautet deine persönliche Zielsetzung für die WM?
Jeder Teilnehmer möchte natürlich so viel spielen wie möglich. Gestern war schon ein guter Anfang für mich. Aber ich sehe das durchaus realistisch und bin mir bewusst, dass ich als Neuling keine großen Forderungen stellen kann. Ich habe zwar schon den Nachwuchsmannschaften bei Weltmeisterschaften teilgenommen, aber im Seniorenbereich ist es nochmal was anderes. Hier triffst du auf einige der besten Spieler der Welt. Das ist außergewöhnlich. Ich werde im Training Gas geben und mich dem Trainerteam weiterhin anbieten.
Für die Nationalmannschaft kommt es morgen gegen Rekordweltmeister Russland erneut knüppeldick. Wie stellt man sich auf den nächsten Hochkaräter ein?
Wir sind weiterhin sehr fokussiert. Durch den Punktgewinn werden uns die Russen sicherlich nicht unterschätzen. Aber es ist ja nicht nur die Partie, auf die es ankommt. Alle Gruppengegner haben eine besondere Qualität. Auch wenn sich das vielleicht abgedroschen anhört, aber es gibt keine leichten Gegner. Besonders nicht bei einer WM.
Mit welchem Gefühl will Marcel Noebels nach der WM nach Hause fahren?
Mit dem Gefühl, dass wir als Team das Maximum geschafft haben. Man fährt ja schließlich nicht nur so aus Spaß zu einer WM. Prognosen sind aber schwer abzugeben, das ist immer abhängig von den Umständen. Zumindest gegen die Finnen haben wir einen kleinen, aber wichtigen Schritt gemacht.