Oberliga, DEL, Nationalteam: Lindlbauers kometenhafter Aufstieg

Die Saison 2012/2013 wird Peter Lindlbauer sicherlich noch sein ganzes Leben in Erinnerung behalten. Ganz bestimmt sogar. Was auch durchaus nachzuvollziehen ist. Denn der Verteidiger der Thomas Sabo Ice Tigers hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich, das kann man nicht anders sagen.

Vor knapp vier Wochen stand der 22 Jahre alte Förderlizenzspieler noch in der Oberliga für die Tölzer Löwen auf dem Eis, nun stehen in Regensburg (12.4., 20.15 Uhr) und Selb (13.4., 17 Uhr) bereits die Länderspiele drei und vier auf dem Programm. Außergewöhnlich ist das allemal.

Bereits in Phase eins der Nationalmannschaft im Rahmen der EURO HOCKEY CHALLENGE zuletzt in Minsk war Lindlbauer dabei. Überraschend, wie er selber sagt. „Irgendwann klingelte mein Telefon. Ich habe mich natürlich riesig gefreut und habe auch die Zeit in Weißrussland total genossen.“ In den beiden Partien gegen das „Team Belarus“ lieferte der Defender eine solide Leistung ab. Von Nervosität keine Spur: „Ich habe mich sehr gut gefühlt. Das Tempo war natürlich etwas schneller. Aber es lief ganz ordentlich.“

Im Herren-Kader war der Weißrussland-Trip Lindlbauers Premiere für „Team Deutschland“. Doch zu Länderspiel-Ehren ist er zuvor schon öfter gekommen. Der gebürtige Tölzer durchlief alle Nachwuchs-Nationalmannschaften des Deutschen Eishockey-Bundes e.V., für die er zuletzt bei der U20 WM in Buffalo auf dem Eis stand. Dort teilte er sich übrigens ein Zimmer mit Konrad Abeltshauser und Philipp Grubauer. Der Verteidiger lacht: „Die nannten uns damals den ‚farmer’s room‘, weil wir drei ein ´Bauer` im Nachnamen haben.“ Was man auf den ersten Blick bei Abeltshauser nicht gerade feststellen kann. „Der heißt jetzt halt Abelts-bauer“, grinst der Defensivspieler.

Jetzt also darf Lindlbauer von seinen nächsten Einsätzen träumen. An den ersten für seinen DEL-Club, die Thomas Sabo Ice Tigers, erinnert er sich natürlich auch noch haargenau. Der war nicht etwa erst in der laufenden Saison, sondern schon in 2011. Ein einziges Spiel bestritt Lindlbauer damals. Gegen die Grizzly Adams Wolfsburg gelang ihm direkt ein Tor. So was nennt man wohl einen Einstand nach Maß.

Seit der Spielzeit 2012/2013 gehörte Lindlbauer zum festen Bestandteil des Franken-Kader. Trotz namhafter Neuzugänge biss sich der Verteidiger durch. Viele Experten attestierten dem Linksschützen eine starke Vorbereitungsphase, Lindlbauer gehörte sogar zu den Stützen der Abwehr. Doch eine Gehirnerschütterung verhinderte einen weiteren, positiven Saisonverlauf. Wochenlang musste das Talent zuschauen. Dennoch langte es immerhin noch zu 33 Saisoneinsätzen für Nürnberg (ein Tor, acht Vorlagen, zehn Strafminuten).

Ohne Frage, die Franken halten große Stücke auf Lindlbauer, der seine Stärken in der Offensive hat und über einen guten Schuss verfügt. Genau diese Qualitäten will er auch jetzt bei der Nationalmannschaft einbringen. So lange, wie es eben geht möchte er sich dem Trainerteam um Headcoach Pat Cortina zeigen. „Ich genieße die  Zeit absolut und nehme das mit. Man lernt von den erfahrenen Spielern viel. Das bringt einen natürlich weiter“, meint Lindlbauer, der sich für einen mögliche WM-Nominierung keinen lllusionen hingibt: „Ach was, da kommen ganz andere in Frage.“

Noch mag er mit dieser Aussage Recht haben. Seine Zeit wird kommen. Spätestens dann, wenn Lindlbauer in der kommenden Saison wieder überzeugt und seine Leistung bringt, könnte sein Name ein ernsthaftes Thema werden. „Natürlich ist das das Ziel eines jeden Sportlers. Mal schauen, was noch so passiert, ich bin ja noch jung.“ Die Fans in Nürnberg jedenfalls freuen sich, dass neben Patrick Reimer ein weiterer Spieler ihrer Mannschaft den Sprung in den Kader geschafft hat. Und vielleicht irgendwann zum Stammpersonal zählt.

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