Rekordweltmeister und Titelverteidiger vor der Brust

Die Fans spekulieren schon auf die nächste kleine Überraschung, doch im Kreise der deutschen Nationalmannschaft bleibt man sich vor dem zweiten Spiel der Gruppe H bei der 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland auf dem Boden. Verständlich, schließlich geht es heute (15:15 Uhr, live bei SPORT1) gegen keinen geringeren Gegner als den Rekordweltmeister aus Russland.

Natürlich ist die Mannschaft um Superstar Ilya Kovalchuk von den New Jersey Devils aus der NHL der haushohe Favorit in dieser Begegnung. Der Anspruch der „Sbornaja“ ist – wie sollte es anders sein – der WM-Titel. Dass darauf die vollste Konzentration liegt, bewies die russische Auswahl bereits in ihrem ersten Gruppenspiel gegen Lettland, das gestern deutlich mit 6:0 abgefertigt wurde.

Doch nicht nur das nackte Ergebnis deutet darauf hin, dass die deutsche Mannschaft heute den wohl schwersten Brocken überhaupt bei der WM vor der Brust hat. Vor allen Dingen die konsequente Spielweise des Rekordweltmeisters beeindruckte die Fans in Helsinki, wo auch wieder traditionell zahlreiche russische Schlachtenbummler zugegen sind und ihr Team mit lautstarker Unterstützung zum Sieg über die Mannschaft von Bundestrainer Pat Cortina anfeuern wollen.

Von daher wäre es aus deutscher Sicht vermessen, große Wunder zu erwarten. Auch wenn die Anhänger von Schwarz-Rot-Gold nach dem durchaus respektablen und unerwarteten Punktgewinn im Auftaktspiel gegen Finnland hier und da Hoffnung auf eine weitere kleine Überraschung hoffen. „Russland ist hat viele individuell starke Spieler. Wir müssen vor allen Dingen versuchen, immer nah am Mann zu sein und sie nicht ins Rollen kommen zu lassen“, meint Verteidiger Jens Baxmann von den Eisbären Berlin. Gerade die Defensivreihen der DEB-Auswahl um Star-Verteidiger und Kapitän Christian Ehrhoff vom NHL-Club Buffalo Sabres dürfte mächtig gefordert werden. Ebenso wie Dennis Endras im deutschen Tor. Der Mannheimer erhält heute den Vorzug vor Rob Zepp. Erstmals bei dieser WM wird auch Daniel Pietta zum Einsatz kommen. Der Stürmer wurde heute Mittag lizenziert.

Dass allerdings auch die russische Auswahl nichts dem Zufall überlässt, deutete sich gestern beim Training der Cortina-Truppe an. Einer der Co-Trainer des Titelverteidigers machte sich während der Einheit, fast unbehelligt hinter einer Glasscheibe stehend, fleißig Notizen über die Trainingsinhalte. Nicht ganz ohne Grund offenbar. Bei der 2011 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Bratislava (Slowakei) ging es schon im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland. Auch hier hieß der Favorit Russland. Doch am Ende besiegte Deutschland den Rekordweltmeister sogar mit 2:0.

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