Sören Sturm: Eine rheinische Frohnatur in Bayern

Sören Sturm ist gut drauf. Geht auch fast nicht anders. Nur ganz selten sieht man den Verteidiger nicht lachen. Und wenn das doch mal der Fall ist, dann hat das zumeist auch gute Gründe. Oder anders formuliert: Schlechte Gründe. So wie am 10. März. Der EHC Red Bull München unterlag am letzten Spieltag der DEL-Hauptrunde bei den Hamburg Freezers. Bedingt durch die Siege der Konkurrenz hieß es für Sturm und den EHC: Ende der Saison.

„Die Enttäuschung war riesig. Wir hatten es selber in der Hand und haben so darauf gehofft, dass wir es noch schaffen. Verdient gehabt hätten wir den Einzug in die erste Playoff-Runde allemal“, klingt beim Verteidiger fast einen Monat später immer noch Frust mit. Verständlich, denn die Isarstädter, ohnehin von vielen Experten nicht als unbedingter Playoff-Aspirant bewertet, mussten sich einmal mehr während der kompletten Saison mit einem unglaublichen Verletzungspech herumschlagen. Wie immer im Sport: Wenn es einmal nicht läuft, kommt auch noch Pech hinzu. Denn zusätzlich zu einem dezimierten Team fehlte Topstürmer Martin Buchwieser im Saisonfinale wegen einer Sperre für acht Spiele. Doch das Team rückte in dieser Phase noch enger zusammen und kämpfte bis zum Schluss um Punkte. Vergeblich. „Wir haben alles gegeben, aber irgendwann fehlt dir dann auch die Kraft“, meint Sturm.

Dessen Nachname ausgerechnet gerade bei den Kölner Haien für Furore sorgt. Namensvetter Marco ist der Topstar bei den Haien, steuerte beim 7:2 am Mittwoch im 1. Halbfinalspiel gegen Wolfsburg zwei Treffer bei. „Natürlich verfolge ich auch die Playoffs. Gerade, wenn die Haie spielen“, verrät der gebürtige Kölner, der den gesamten Nachwuchsbereich beim KEC durchlief und auch seine DEL-Karriere am Dom begann. Klar also, dass der Defender seinem Heimatclub die Daumen drückt. Und natürlich Marco Sturm, auch wenn die Sturms nicht verwandt oder verschwägert sind. „Bei der letzten Maßnahme habe ich hier mit der Nationalmannschaft  das Trikot mit der Nummer 19 bekommen. Ich glaube zwar nicht, dass das extra für mich gemacht wurde, aber das ist ja auch egal. Freut mich natürlich, wenn ich Marcos Nummer tragen kann“, freut sich der Defensivspieler, der im Club mit der 21 auflief.

Drei Jahre hat er nun in München verbracht, rund 600 Kilometer entfernt von der Kölner Heimat. Ein Wechsel, der ihm gut tat. Denn Sören Sturm galt immer als Talent mit Hang zum Schlendrian. Das mit der rheinischen Frohnatur hat er es manchmal zu wörtlich genommen. Was  ihm die Münchener Verantwortlichen allerdings ausgetrieben haben. Der Lohn: Die erstmalige Nominierung für die Nationalmannschaft in Dresden und Chemnitz im Dezember 2012 unter seinem Clubtrainer Pat Cortina. Sturm freut sich natürlich, jetzt in Minsk wieder dabei sein zu können und dort im Rahmen der EURO HOCKEY CHALLENGE  gegen die Weißrussen seine Länderspiele drei und vier bestreiten zu dürfen.

Ob er sich insgeheim Gedanken über eine Nominierung für die 2013 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland macht? „Das werden wir sehen. In Deutschland gibt es so viele gute Verteidiger, die Konkurrenz ist groß“, meint Sturm und fügt an: „Ich genieße jetzt erst mal die Zeit hier. Du kannst von solchen Lehrgängen ja nur das Beste mitnehmen und dich weiterentwickeln. Mal sehen, was noch so kommt.“

Sicher ist bisher nur, dass er seinen bisherigen Club München verlassen wird. Wohin es ihn in Zukunft führen wird, will Sturm offiziell noch nicht verkünden. Wobei die Gerüchteküche schon länger brodelt und das Geheimnis eigentlich keines mehr ist. „So lange mein neuer Club  noch nichts bekannt gegeben hat, kann und darf ich dazu nichts sagen.“  Sturm lächelt. Mal wieder. Und verrät dann doch: „Bayern werde ich jedenfalls nicht verlassen.“

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