Wunden lecken in Krefeld - Eisbären obenauf

Dabei hätte Lee seinen Aufenthalt in der Krefelder Abendkälte diesmal durchaus kürzer gestalten können. Denn als die Pinguine zu Beginn des Schluss-Abschnitts eine doppelte Überzahl nicht nutzen konnten, schien sich das Glück endgültig zu Gunsten der Berliner gewendet zu haben. „Wir haben uns im Spiel gesteigert. Uns war klar, dass wir gegen eine starke, talentierte Mannschaft in der Defensive gut stehen müssen. Besonders die Reihe mit Vasiljevs und Blank ist immer gefährlich“, meinte Eisbären-Coach Don Jackson nach dem Kraftakt von Krefeld.

Seinem Ruf wurde das dynamische Pinguin-Duo besonders im Start-Abschnitt gerecht. Immer wieder schickten die Krefelder dabei ihre Fans auf emotionale Achterbahn-Fahrten: Überfallartig und präzise vorgetragene Attacken wurden immer wieder unverständlich leichtsinnig abgeschlossen. Wahrscheinlich resultierte auch aus dieser Phase der zeitliche Blackout von Gäste-Coach Jackson: „Ich weiss nicht, welcher Tag heute ist, aber wir sehen uns in zwei Tagen wieder.“

Derweil sich die Eisbären noch über ihren „Big Point“ freuten, war bei Krefeld Wunden lecken angesagt. Dabei wurde das letzte Viertelfinal-Duell in Ingolstadt bemüht. Denn das hatten gnadenlos effektive Pinguine mit 7:2 für sich entschieden. „Dieses Glück hat uns diesmal etwas gefehlt“, meinte Pinguin-Coach Rick Adduono, der aber schnell den Blick nach vorn richtete: „Wir müssen nun alles ausblenden und uns auf das Spiel in Berlin konzentrieren. Ein Sieg dort ist unsagbar wichtig.“

Bange machen gilt also nicht in der Seidenstadt, wo man nun als Motivations-Hilfe an das Jahr 2003 erinnert: Damals mussten die Krefelder im Halbfinale auch gegen die Eisbären ran – und auch damals ging der erste Schlagabtausch verloren. Am Serien-Ende stand ein 3:1 und knapp 14 Tage darauf der erste deutsche Meister-Titel für die Krefeld Pinguine fest.

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