Die Lage der Liga: Haie top - Mittelfeld komplett auf Verfolgung
Er beißt und beiß und beißt: Der Kölner Hai erweist sich derzeit als eine Nummer zu groß für den Rest der Liga. Beispiel gefällig? Am vergangenen Derby-Wochenende verputzten die Haie gleich zwei Nachbarn. Dabei verblüffte nicht einmal der Umstand, dass, sondern wie dies passierte: Denn gegen Krefeld sahen die Domstädter eigentlich schon wie der sichere Zweite aus, ehe sie sich mit fast schon schnoddrigem Selbstbewusstsein und Aggressivität zurück in die Partie und in der Overtime zum Sieg bissen!
Genau das zeichnet die Haie Jahrgang 2012/13 aus: Selbst hinten liegend, darf man das Team von Uwe Krupp nie abschreiben. In fünf ihrer bis dato 15 Partien wandelten die Haie einen Rückstand noch in einen Sieg. Am zweiten Spieltag holten sie in Straubing gar einen Zwei-Tore-Rückstand auf, am Freitag gelang den Kölnern das Kunststück gegen Krefeld erneut.
Apropos zwei Tore Vorsprung und aufholen: Ingolstadt hat damit am Wochenende gleich zweimal unangenehme Erfahrung gemacht. Erst verspielten der ERC gegen die Bullen aus München die Führung und verlor nach Penaltyschießen, zwei Tage darauf passierte das den Panthern erneut. Da kamen die Scorpions nach einem 1:3 zurück - und triumphierten!
Ergo: Die aktuelle Ligasaison gleicht beinahe einem Glücksspiel - so eng ist das sportliche Niveau. Schließlich standen sich in Niedersachsens Metropole der vierte und der elfte gegenüber: Auf dem Papier eigentlich eine klare Sache, auf dem Eis aber eben nicht! Und das ist kein Einzelfall. Jüngstes Beispiel sind die Straubing Tigers, die beim 5:3 am Freitag den Eisbären Berlin ein Bein stellten.
Einmal in Fahrt gewannen die Niederbayern auch noch in München und verbesserten sich mit dem Sechs-Punkte-Wochenende auf Rang sieben. Den Aufzug genommen hat auch Iserlohn, das ebenfalls sechs Punkte sammelte und sich in die Playoff-Ränge schob. Bemerkenswert war auch das Wochenende der Hamburg Freezers, die trotz zahlreicher Ausfälle fünf Punkte einfuhren und sich mit Platz sechs belohnten.
Nach unten und nach oben kann es jedoch sehr schnell gehen. Wie an der Perlenschnur aufgereiht drängen sich die Clubs von Rang drei bis elf. Los geht es schon bei Augsburg mit 25 Punkten und endet bei Hannover mit 18 Zählern. Dabei trennt die Teams immer nur ein Pünktchen.
Auf die Scorerwertung lohnt sich ebenfalls ein Blick. Mit Christian Ehrhoff (Krefeld), Aaron Brocklehurst (Wolfsburg) und Andreas Holmqvist (Köln) führen gleich drei Verteidiger die teaminterne Scorerwertung an. Dabei schießt Christian Ehrhoff den Vogel ab. Er ist auch noch der erfolgreichste Torschütze der Pinguine!
Bei der Gelegenheit gibt es auch noch eine gute Nachricht für die Seidenstädter und alle anderen Clubs mit NHL-Zugängen. Eine weitere Verhandlungsrunde ist in der nordamerikanischen Liga gescheitert und vor dem 30. November wird definitiv kein Spiel ausgetragen. Genießen wir die Zeit!