Kilian Keller: Ein Fachangestellter in der Abwehr

Er ist mit 20 Jahren der jüngste im Kader der Grizzlys: Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte Kilian Keller zwölf Einsätze im Trikot des EHC absolviert. Seit dieser Saison gehört er zum festen Kader des SKODA-Teams und hat bislang kein Ligaspiel verpasst.

Während die ersten vier Partien der letzten Spielzeit allesamt verloren gingen, haben die Grizzly Adams in der laufenden Saison bereits zehn Punkte einfahren können - ein extremer Kontrast für die meisten Spieler. „Die Laune in der Kabine ist super. Und auch für die Trainer ist es natürlich angenehmer. Letztes Jahr war das genau andersherum“, sagt Keller.

In der Vorsaison noch mit einer Förderlizenz ausgestattet, hat der gebürtige Füssener in der Grizzly-Kabine nun einen festen Platz. Dennoch ist für ihn noch vieles neu, so auch das Spiel am Freitag in Berlin. „Dort habe ich noch nie gespielt. Ich war nur beim Heimspiel gegen die Eisbären dabei, das leider verloren ging.“ Für Keller ist es also die Premiere in der O2 World am Berliner Ostbahnhof.

Eine Niederlage musste der mit 190 cm groß gewachsene Verteidiger hinsichtlich seiner Berufsausbildung nicht einstecken - im Gegenteil. Mit 3,4 - Keller: „Mehr hatte ich nicht erwartet“ - bestand er die Prüfung zum Verwaltungsfachangestellten im Rathaus in Pfronten. Was die Leistung dennoch so besonders macht: Nebenbei spielte Keller noch Eishockey - im damals weit entfernten (666 km) Wolfsburg. „Das war schon nicht leicht. Aber jetzt habe ich keine Prüfungen mehr und kann mich voll aufs Eishockeyspielen konzentrieren.“

Die Mühen haben sich jedenfalls gelohnt. Der jüngste Grizzlys ist Eishockey-Profi - und hat eine Berufsausbildung in der Tasche. „Damit hat er alles richtig gemacht“, sagt und lobt Geschäftsführer und Sportdirektor Karl-Heinz Fliegauf.

Nur eines steht noch aus, ein Treffen mit der Bürgermeisterin Pfrontens. „Sie hat mir das Prüfungsergebnis am Telefon mitgeteilt, freut sich aber schon, mich persönlich kennenzulernen“, schmunzelt Keller.

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